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Für Verständigung - Gegen die Kriegstreiberei

Erklärung des Versöhnungsbundes zum Krieg in der Ukraine

In diesen Zeiten, in denen sich die Erregungen überschlagen und wir emotional überflutet werden ist es
wichtig, an einigen einfachen Wahrheiten festzuhalten:
1. Jeder Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Krieg traumatisiert Täter und Opfer.
Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Kriege das Erleben einer oder sogar mehrerer
Generationen schmerzlich verändern.
2. Ein Krieg endet immer mit Verhandlungen, mit Verständigung und mit Kompromissen. Daher ist
es wichtig, mit allen im Gespräch zu bleiben, auch mit dem Feind, dem „Bruder Wolf“ (Franz v.
Assisi). Eine Verteufelung des Gegners ist nicht hilfreich. Wir bestehen darauf, dass auch der
Gegner ein Mensch ist und ein Mensch bleibt, mit dem Gespräch möglich ist.
3. Widerstand mit Waffen ist Gewalt: Er verlängert und verschlimmert den Krieg und kostet
Menschenleben. Die Unterstützung von Dritten durch Waffen verleitet dazu, sich stark zu
fühlen, nährt unrealistische Siegesphantasien, erhöht die Gewaltspirale und verhindert die
Bereitschaft zum Gespräch und Kompromiss. Nicht um Sieg geht es, sondern um die Rettung
möglichst vieler Menschenleben. Deshalb muss eine Situation angestrebt werden, in der alle
Konfliktparteien unter Wahrung ihres Gesichts den Krieg beenden können. Vermittlung und
Ausgleich von Interessen sind zentral, nicht weitere Aufrüstung. Im Zeitalter der Atomwaffen
gibt es zu Verständigung und Ausgleich keine denkbaren Alternativen mehr. Wer eine atomare
Macht militärisch besiegen will, provoziert den atomaren Einsatz.
4. Wir stehen auf der Seite aller Menschen, die ohne Waffen für ihre Rechte einstehen. Wir sehen
uns daher in Solidarität mit den Gruppen in der Ukraine und in Russland, die dem Kriegstreiben
gewaltfrei Widerstand leisten.
Was können wir tun, was ist jetzt wichtig?
1. Wir treten jeder Entmenschlichung, jeder Ausgrenzung entgegen und lehnen jedes pauschale
Verurteilen („die Russen“) ab.
2. Wir fordern: Keinen Abbruch, sondern Fortführung und Intensivierung zivilgesellschaftlicher
Kontakte- sowohl zu Russland als auch zur Ukraine.
3. Wir widersprechen jedem nationalistischen und imperialistischen Denken. Stattdessen halten
wir Autonomie, Minderheitenrechte und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung für
unverzichtbare Bestandteile von Demokratien.
4. Wir wollen bei der Wahrheit bleiben: Die massive Aufrüstung der Bundeswehr ist eine
unverantwortliche Geldverschwendung, die wir uns gesellschaftlich weder sozial noch
klimapolitisch leisten können und nicht leisten dürfen.
5. Wir halten Sanktionen für eine mögliche Antwort auf staatliche Gewalt und Krieg. Diese sollten
aber nicht die Menschen treffen, denen es sowieso schon schlecht geht.
6. Wir fordern: Jeder Mensch, der vor Krieg und Unrecht flieht oder den Kriegsdienst verweigert,
soll uns willkommen sein.
Der Vorstand des Int. Versöhnungsbund, dt. Zweig, 10.03.2022

„Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben, das kann nur Licht. Hass kann Hass nicht vertreiben, das kann nur die Liebe.

Auszüge einer Rede von Clemens Ronnefeldt zur aktuellen Situation in der Ukraine **

Wie kann der Krieg gestoppt und weiteres menschliches Leid in der Ukraine verhindert werden?
Wenn ich in den letzten Tagen morgens aufgewacht bin und mir der Krieg bewusst wurde, wünschte ich mir, es wäre ein Albtraum gewesen – und nicht die Realität, die wir gerade erleben.
Die Ukraine wurde völkerrechtswidrig von der russischen Armee unter Führung von Wladimir Putin angegriffen – der sich für diesen Angriffsbefehl mit all seinen brutalen Folgen für die ukrainische Zivilbevölkerung hoffentlich bald vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor einem Kriegsverbrechertribunal zu verantworten hat.
Nach Artikel 51 der UN-Charta das Recht auf Selbstverteidigung, zunächst bis zum zügigen Zusammentreffen des UN-Sicherheitsrates. Der hat inzwischen getagt.
Eine Resolution mit einer klaren Verurteilung der Aggression kam wegen des russischen Vetos nicht zustande. Dieser Vorgang zeigt erneut, wie reformbedürftig der UN-Sicherheitsrat ist – und wie überfällig die Abschaffung des Veto-Rechts der permanenten fünf Atomwaffen-Mitgliedsstaaten.

Keine Waffenlieferungen, sie verlängern den Krieg

Nach den Terrorattacken des 11. September 2001 mit rund 3000 Toten rief die US Führung einen „Krieg gegen den Terror“ mit der Begründung der Selbstverteidigung aus, dem nach Angaben der fünf führenden deutschen Friedensforschungsinstitute in ihrer Sonderstellungnahme zum aktuellen Friedensgutachten bis 2021 rund 900 000 Menschen in Afghanistan, Irak und anderen Ländern zum Opfer gefallen sind – verbunden mit materiellen Schäden in Höhe von rund 8 Billionen US-Dollar. (1).
Haben die letzten 20 Jahre in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen oder Mali nicht allesamt gezeigt, dass militärisches Eingreifen keines der zuvor selbst erklärten Ziele erreichen konnte – sofern diese Ende der Gewalt, Sicherheit oder Stabilität hießen?
Haben Waffenlieferungen in all diese Brandherde der letzten zwei Jahrzehnte die jeweiligen Kriege nicht verlängert statt sie zu beenden?
Meine große Sorge ist, dass der Ukraine-Krieg diese Serie gescheiterter militärischer Gegenmaßnahmen verlängert - mit unendlich großem Leid für die Zivilbevölkerung.
Ich weiß aus sicherer Quelle, dass es bereits jetzt viele russische Deserteure gibt, die sich geweigert haben, auf Menschen in der Ukraine zu schießen – und möchte die Verantwortlichen der Europäischen Union ermutigen, die russischen Soldaten in der Ukraine zur Befehlsverweigerung aufzurufen, und – sofern diese Soldaten bisher nicht an Kriegsverbrechen beteiligt waren oder Menschen getötet haben – Asyl in europäischen Ländern zu gewähren.
In einer zweiten Verhandlungsrunde konnten sich diese Woche die jeweiligen Delegationen auf humanitäre Korridore einigen, um Verletzte zu versorgen und die Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen.
Sollte die russische Armee und politische Führung diese Zusage weiterhin nicht zulassen, wäre dies einer der Gründe zur Anklage gegen Wladimir Putin vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, das die Ermittlungen aufgenommen hat.

Ziviler Widerstand in der Ukraine

In der Ukraine gibt es eine starke Befürwortung gewaltfreien Widerstandes, der zu einem baldigen Kriegsende beitragen kann:
2015 führte das Kiewer Internationale Institut für Soziologie (KIIS) eine repräsentative landesweite Umfrage durch, in der zum ersten Mal die Präferenzen der Ukrainer*innen für den Widerstand im Falle einer ausländischen bewaffneten Invasion und Besetzung ihres Landes ermittelt wurden.
Die Umfrage fand kurz nach der Euromaidan-Revolution und der Einnahme der Krim und der Donbas- Region durch russische Truppen statt, als man erwarten konnte, dass die ukrainische Öffentlichkeit die Verteidigung des Mutterlandes mit Waffengewalt stark befürworten würde.
Die Ergebnisse zeigten jedoch eine überraschend starke Unterstützung für eine Alternative zur ewaffneten Verteidigung: die gewaltfreie Verteidigung unter ziviler Führung.
Die Umfrage ergab, dass die beliebteste Widerstandsform unter den Ukrainer*innen der gewaltlose Widerstand war: 29 % unterstützten diese Handlungsoption im Falle einer bewaffneten ausländischen Aggression und 26 % im Falle einer Besetzung.
Der bewaffnete Widerstand wurde dagegen von 24 % bzw. 25 % unterstützt. Weitere Wahlmöglichkeiten erhielten deutlich weniger Zuspruch, z.B. Flucht in sichere Gebiete der Ukraine, Flucht ins Ausland oder auch „ich weiß nicht“. (3).
Am 28.02.2022 berichtete der Tagesspiegel unter der Überschrift: „Geht nach Hause!“ Unbewaffnete Ukrainer stellen sich russischen Panzern entgegen:
„Mehrere Dutzend Bewohner der ukrainischen Kleinstadt Dniprorudne im Süden des Landes haben sich offenbar unbewaffnet einer russischen Militärkolonne mit Panzern entgegengestellt. Das zeigen mehrere aktuelle Aufnahmen vom Rand von Dniprorudne, die am Sonntag in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden. Zu sehen ist darin der Bürgermeister der Stadt, Jewhenij Matwjejew, der nach vorne läuft und mit den Fahrern der vordersten Panzers spricht. Die Männer im Hintergrund rufen„Geht nach Hause!" oder "Wir lassen Euch nicht durch. Andere rufen "Held!“ in Richtung Matwjejews.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Bürgermeister drehen die Panzer um.
Es war nicht die erste Szene dieser Art. In den vergangenen Tagen waren auf Twitter Video geteilt worden, auf denen sich andere Ukrainer ebenfalls Panzern in den Weg gestellt hatten“. (4).

Widerstand in Russland gegen den Überfall der Ukraine durch die russische Armee

Auch in Russland haben in den letzten Tagen in mehreren hundert Städten Menschen für den Rückzug der russischen Armee aus der Ukraine demonstriert.
Mehrere Tausend Personen wurden verhaftet – und auch ihnen gilt meine Solidarität.
In einer Erklärung von russischen Friedensaktivist*innen - „Es darf keinen Krieg geben!“ (30.01.2022) heißt es: „Die russischen Bürger werden durch das kriminelle Abenteuertum, zu dem sich die russische Außenpolitik entwickelt, faktisch als Geiseln gehalten. Sie leben nicht nur in der Ungewissheit, ob ein großer Krieg ausbricht, sondern erleben auch einen starken Anstieg der Preise und einen Verfall der Landeswährung. Brauchen die Russ*innen eine solche Politik? Wollen sie den Krieg, und sind sie bereit, seine Lasten zu tragen? Haben sie der Regierung das Recht gegeben, auf diese Weise mit ihrem Schicksal zu spielen?
Niemand fragt die Bürger Russlands. Es findet keine öffentliche Diskussion statt. Das staatliche Fernsehen präsentiert nur eine Sichtweise, und zwar die der Kriegsbefürworter. Von ihnen sind direkte militärische Drohungen zu hören, Aggressionen und Hass gegen die Ukraine, Amerika und westliche Länder.
Am gefährlichsten ist jedoch, dass der Krieg als eine zulässige und unvermeidliche Entwicklung dargestellt wird. Die Menschen werden getäuscht und korrumpiert.
Ihnen wird die Vorstellung eines heiligen Krieges mit dem Westen aufgezwungen, anstatt das Land zu entwickeln und den Lebensstandard der Bürger zu verbessern.
Die Frage des Preises steht außer Frage, aber es sind die einfachen Menschen, die den Preis zahlen müssen – ein hoher und blutiger Preis.
Wir, verantwortungsbewusste Bürger Russlands und Patrioten unseres Landes, appellieren an die politische Führung Russlands und wenden uns offen und öffentlich an die Kriegsbefürworter*innen innerhalb der Regierung.
Wir bringen den Standpunkt jenes Teils der russischen Gesellschaft zum Ausdruck, der den Krieg hasst und schon den Einsatz militärischer Drohungen und krimineller Methoden in der außenpolitischen Rhetorik als Verbrechen betrachtet.
Wir hassen den Krieg, während Sie ihn für akzeptabel halten. Wir setzen uns für den Frieden und das Wohlergehen aller Bürger Russlands ein, während Sie deren Leben und Schicksal mit Ihren politischen Zielen aufs Spiel setzen. Sie täuschen die Menschen und nutzen sie aus, während wir ihnen die Wahrheit sagen.
Wir sind diejenigen, die für Russland sprechen, nicht Sie, denn die Völker Russlands, die in den Kriegen der Vergangenheit Millionen von Menschen verloren haben, leben seit Jahrzehnten entsprechend dem Slogan: "Es darf keinen Krieg geben". Haben Sie das vergessen?
Unsere Position ist ganz einfach: Russland braucht keinen Krieg mit der Ukraine und dem Westen. Niemand bedroht uns, niemand greift uns an. Eine Politik, die auf die Agitation für die Idee eines solchen Krieges beruht, ist unmoralisch, unverantwortlich und kriminell und darf nicht im Namen der Völker Russlands geführt werden.
Ein solcher Krieg kann weder legitime noch moralische Ziele haben. Die Diplomatie des Landes darf keine andere Position einnehmen als die kategorische Ablehnung dieses Krieges.
Der Krieg ist nicht nur mit den Interessen Russlands unvereinbar, sondern stellt eine Bedrohung für Russlands Existenz dar. Die irrsinnigen Aktionen der politischen Führung des Landes, die uns in diese Richtung drängen, werden unweigerlich zur Bildung einer massenhaften Antikriegsbewegung in Russland führen. Jeder und jede von uns wird auf selbstverständliche Art und Weise ein Teil davon sein.
Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um den Krieg zu verhindern und
wenn nötig zu beenden“. (5).

Einige Sätze möchte ich speziell zur Bundesregierung sagen:

Als Demokrat macht mir die Art und Weise der Verkündung des 100-Milliarden-Euro-Bundeswehr-Sondervermögens, das ein Sonder-Schuldenprogramm ist - ohne vorherige Absprachen und parlamentarische Gremienarbeit - große Sorge.
Ist nicht im Jahr 2021 der rund 13 Milliarden Euro teure Afghanistan-Einsatz gescheitert – und steht nicht auch der Bundeswehr-Mali-Einsatz vor dem erfolglosen Ende?
Wo haben in den letzten 20 Jahren Milliarden an Euro oder Dollar für das Militär irgendwo zu Stabilität, Sicherheit oder einem Ende der Gewalt geführt?
Wir brauchen keine neuen atomwaffenfähigen Kampfflugzeuge, sondern die Unterschrift der Bundesregierung unter den Atomwaffenverbotsvertrag!
Wir brauchen keine bewaffneten Drohnen, sondern den sozial-ökologischen Umbau unserer Gesellschaft mit einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien und der Reduzierung von der Abhängigkeit klimazerstörender Energieträger!
Die aktuell diskutierte Verlängerung der Laufzeiten von Kohle- und Atomkraftwerken ist ein Weg in die Sackgasse und ein Angriff auf eine lebenswerte Zukunft nachfolgender Generationen! Diese Politik hat die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler der Ampelkoalition nicht gewählt!
Was wir aktuell friedenspolitisch brauchen, ist die Erhöhung des OSZE-Budgets, den Ausbau ziviler diplomatischer Frühwarnsysteme sowie ziviler Friedensdienste generell.
Die Alternative zu Militäreinsätzen heißt nicht Passivität, sondern aktive zivile Friedensarbeit auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen, von hochrangigen zivilen Kriseninterventionsteams bis zu bilateralen Städte- und Gemeindepartnerschaften z.B. zwischen Deutschland und Russland.

Was können wir tun?

· Sich um die ankommende Menschen aus der Ukraine kümmern, ihnen Wohnungen vermitteln und für ihr tägliches Leben sorgen.
· Ich bin dankbar dafür, dass diese Familien zunächst drei Jahre ohne große
bürokratische Hürden hier bleiben können und auch arbeiten dürfen..
· Aufrufen möchte ich zur finanziellen Unterstützung von Caritas International in der Ukraine. Die Caritas verfügt über eine gute Infrastruktur im Land und bringt Spenden zuverlässig dorthin, wo sie wirklich gebraucht werden.
· Lassen wir nicht zu, dass es Geflüchtete erster und zweiter Klasse gibt! Auch im Mittelmeer sterben weiterhin Menschen aus der Flucht vor Krieg und Elend.
Überwinden wir gemeinsam patriarchale Denkmuster und Gewalt-Strukturen, in denen Politiker bereit sind, dass andere Menschen eher ihr Leben verlieren – bevor sie selbst das Gesicht verlieren könnten.
· Nicht nachlassen bei den Mahnwachen, Protestdemonstrationen und Friedensgebeten für eine rasche Beendigung des Krieges


* Enden möchte ich mit Martin Luther King jr., einem von sechs Personen des
Internationalen Versöhnungsbundes, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet
wurden. Er sagte:
„Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben, das kann nur Licht. Hass kann
Hass nicht vertreiben, das kann nur die Liebe.

Clemens Ronnefeldt


Clemens Ronnefeldt
A.-v.-Humboldt-Weg 8a
85354 Freising
Tel.: 08161-547015
Fax: 08161-547016
C.Ronnefeldt@t-online.de
www.versoehnungsbund.de

(1) https://nachrichten.idw-online.de/2021/09/30/sonderstellungnahme-desfriedensgutachtens-
nach-dem-scheitern-in-afghanistan-lehren-fuer-dieneue-
bundesregierung/
(2) https://www.ipg-journal.de/interviews/artikel/der-krieg-wirdsich-
nur-mit-verhandlungen-beenden-lassen-5752/?utm_campaign=
de_40_20220303&utm_medium=email&utm_source=newsletter
(3) https://www.nonviolent-conflict.org/blog_post/ukrainians-vs-putinpotential-
for-nonviolent-civilian-based-defense/
(4) https://m.tagesspiegel.de/politik/geht-nach-hause-unbewaffneteukrainer-
stellen-sich-russischen-panzern-entgegen/28113950.html?fbclid
=IwAR0sLOzrV_EXvgidZl_zkmrl9tj99P4LGci-5nPntueiLIU3cVIburaZKP8
(5) https://de.connection-ev.org/article:erklarung-von-russischenfriedensaktivistinnen

** (Clemens Ronnefeldt hat diese Rede als Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes am 5. März 2022 in Landshut auf Einladung der Friedensinitiative Landshut bei einer Kundgebung zur Beendigung des Ukraine-Krieges gehalten, wir veröffentlichen daraus Ausschnitte die wesentliche Positionen zur Einschätzung diese Krieges darstellen.
Anmerkung v. Ulrich Suppus, Webmaster der FI-Seite)


Hier die komplette Rede zum Download

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„Diplomatie statt Waffen“ - „Frieden schaffen ohne Waffen

Mahnwache am Mittwoch, 16. Februar, ab 10 Uhr auf dem Marktplatz in Kastellaun

Die Friedensinitiative Rhein-Hunsrück begrüßt Bestrebungen der Bundesregierung zur zivilen Lösung des Ukraine-Russland-Nato Konfliktes.
Besorgt zeigt sich die Friedensinitiative (FI) Rhein-Hunsrück über die aktuelle Entwicklung und die zunehmende Eskalation des Ukraine-Russland-Nato Konfliktes. „Hier droht die Gefahr eines Krieges mitten in Europa. Und erschreckend sind für uns dabei die immer lauter werdenden Stimmen, die wieder mal nur in einem militärischen Einsatz und in Waffen eine Lösung dieses Konfliktes sehen“, meint Heidrun Kisters, die Vorsitzende des Vereins für friedenspolitische und demokratische Bildung.

Die Hunsrücker Friedensbewegung begrüßt die bisherige Haltung der Bundesregierung , die in dieser Krise diplomatische Schritte unternehme, um zu einer friedlichen Lösung des Konflikts zu kommen. „Es ist richtig, dass Deutschland keine Waffen an die Ukraine und in diese Krisenregion liefert, denn dadurch würde dieser Konflikt nur noch weiter angeheizt und die Gefahr eines Krieges nur noch weiter erhöht,“ so Kisters.

In einem Schreiben an Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesaußenministerin Anna Lena Baerbock ermutigt die Hunsrücker Friedensbewegung daher die Bundesregierung, diesen Weg weiterzugehen und durch Gespräche und Verhandlungen nach einer friedlichen Lösung des Konflikts zu suchen. „Es ist wichtig, dass endlich ein Umdenken geschieht, weg von einer rein sicherheitslogischen Betrachtungsweise, die immer wieder nur auf Waffen und eine militärische Abschreckung setzt und stattdessen alles getan wird für eine gemeinsame Sicherheit in Europa mit einer tragfähigen Sicherheitsarchitektur für alle Beteiligten“, heißt es in dem Schreiben an die Bundesregierung.

Mit einer Mahnwache am Mittwoch, 16. Februar, ab 10 Uhr auf dem Marktplatz in Kastellaun hat die Hunsrücker Friedensbewegung angesichts der Kriegsgefahr in Europa an alle Beteiligten appelliert und für eine friedliche Lösung des Konflikts geworben.

Der Brief ist hier zum eigenen Gebrauch ohne Briefkopf zum Download:


Brief an Bundeskanzler Scholz

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Mahnwache in Büchel zum ersten Jahrestag des Inkrafttretens des Atomwaffenverbotsvertrags

Aktion zum Ostermarsch in Kastellaun

Dezentrale Unterstützung des Ostermarsches in Büchel

Ursprünglich war eine gemeinsame Fahrt zum Ostermarsch nach Büchel geplant. Da dieser aber wegen der Corona-Kontakteinschränkungen nicht wie geplant stattfinden konnte,
kamen am Ostermontag ca 20 AktivistInnen zu dem ursprünglich vereinbarten Treffpunkt nach Kastellaun und schickten mit Fahnen und Transparenten ihre solidarischen Größe nach Büchel. Dort fand am Nachmittag vor dem Tor des Atomwaffenlagers eine Protestkundgebung mit begrenzter Teilnehmerzahl statt.

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Achtung vor Vereinnahmung von Rechts

„Querdenker“ und Rechte werben in Reihen der Friedensbewegung f?r Ihre verqueren Ideen

Mehrfach erreichten unsere Vorsitzende des Vereins f?r friedenspolitische und demokratische Bildung Heidrun Kisters Emails und Anrufe mit denen offensichtlich Menschen aus den Reihen der Verleugner der Corona-Pandemie zur aktiven Unterst?tzung von „Querdenker“ Demonstrationen werben. Der offene Verteiler in den Mails zeigt dass hier offensichtlich Daten aus den Internetseiten der Friedensgruppen gezielt Kontaktdaten zusammen gesucht wurden.
Wir ver?ffentlichen hier einen Teil dieser Email Kommunikation,
hier wird z.B. scheinbar unverd?chtig von Gerry aus Konstanz f?r die Beteiligung und Werbung zum „Friedenslauf Bodensee“ geworben. Weitere Recherchen auf den Internetseiten der beteiligten Organisationen zeigen aber, dass es Sammelbecken f?r Coronaleugner und Querdenker sind.

Friedenslauf Bodensee mit der Bitte um Ver?ffentlichung

Konstanz, heute den 18.12.20 starten lose, nicht organisierte L?ufe rund um den ?berlingersee.
Sportler aus der ganzen Welt wollen damit ein Zeichen setzen, dass die Welt wieder mehr in den Frieden kommen sollte.
Der Sport leidet extrem unter der Pandemie, er w?nscht sich ein sofortiges Ende der pandemischen Lage von nationaler Tragweite.
In drei Tagen, was in etwas drei Halbmarathons entspricht, laufen sie um den ?berlingersee.
Zeit spielt dabei keine Rolle, nur das dabei sein z?hlt.
Sie transportieren mit dem Lauf die Olympische Botschaft in die Welt.
„Wenn die L?ufer unterwegs sind ruhen die Waffen, der Hass, die B?rokratie- es z?hlt der Mensch“.
So wie die Sportler auch keine Spritze (Doping) akzeptieren- lehne sie eine Impfung ab.
Das Ziel ist am Sonntag der Konstanzer Trichter.
Wo vor der l?ngsten Nacht des Jahres die Lichtverh?ltnisse f?r die L?ufer und Spazierg?nger in der Zeit von 13:00-19:00 Uhr am sch?nsten sind.
An Menschen, welche sich auch dort zum Spazieren gehen treffen, verteilen verschiedene Organisatoren Mundschutz (Friedensschals) und um etwas mehr W?rme zu haben gibt es auch Kerzen.
Mehr Informationen auf der: www.friedenslauf-bodensee.de

Wir freuen uns auf Euch, hier in Konstanz, am Bodensee eine Abschlusskundgebung am Nachmittag in Konstanz ist in Planung.
Euer Gerry
Gerry ’s Konstanz
Gerry Mayr
1 Vorstand im Verein B?rgerdialog-Konstanz e.V.i.G.
Zweiradmechanikermeister, Pr?fer Klasse 5 Luftsportger?te
Freier Journalist, Mitglied im DJV

Die Antwort und Distanzierung von Heidrun Kisters liest sich so:

Hallo,
ich vermute, dass ich in diesen Verteiler gelangt bin, weil ich die Kontaktperson f?r die Hunsr?cker Friedensinitiative und den Verein f?r friedenspolitische und demokratische Bildung bin.

In der Tat gibt es eine Reihe von Gr?nden sich friedenspolitisch zu engagieren.
Dies tun wir in unserer Gruppe seit vielen Jahren. Bekannt ist der Hunsr?ck und unser Engagement in den 80er Jahren geworden, als hier im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses atomare Mittelstreckenraketen stationiert wurden.

Zu unseren derzeitigen Schwerpunktthemen geh?ren u.a.:

? Keine Bewaffnung von Kampfdrohnen der Bundeswehr (zum Gl?ck derzeit vom Tisch)

? Abzug der Atomwaffen aus B?chel in der Eifel und Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag
https://www.atomwaffenfrei.de/home.html

? Engagement gegen R?stungsexport und Migrationsabwehr

? Humanit?re Fl?chtlingspolitik und hier vor allem Aufnahme von Fl?chtlingen aus Moria-Folge-Lagern

? Kampagne „Sicherheit neu denken“
https://www.sicherheitneudenken.de/
?..um hier nur einige zu nennen.

Ganz sicher geh?ren die Anliegen der „Querdenker“ nicht dazu und mich befremdet zunehmend,
dass hier anscheinend eine Vereinnahmung der Friedensbewegung angestrebt wird.
Wir wenden uns ganz entschieden gegen die Leugnung der Corona-Pandemie und treten ein f?r solidarisches Handeln gegen Corona ( z.Bsp. Mund-Nasen-Schutz und Kontaktbeschr?nkung) und gegen rechte Hetze.

Es gibt sicherlich berechtigte Sorgen und Kritik an dem Krisenmanagement der Politik, aber es gibt keine Berechtigung Seite an Seite mit Nazis, Reichsb?rgern und Verschw?rungstheoretikern der ?blesten Art zu marschieren.

Im Namen unserer Organisation trete ich hiermit ausdr?cklich der Vereinnahmung Ihrer abstrusen Kampagne entgegen . Ich verwehre mich gegen die ?ffentlicheVerwendung meiner eMail-Adresse und verlange die Entfernung aus Ihrem Verteiler.

Heidrun Kisters


50. Staat ratifiziert UN-Atomwaffenverbot

Atomwaffen international ge?chtet

“Ab dem 22. Januar 2021 sind Atomwaffen v?lkerrechtlich ge?chtet. Ein historischer Moment f?r einen Jahrzehnte alten Kampf. W?hrend die Gro?m?chte Vertr?ge aufk?ndigen, hat die stille Mehrheit der Staaten die letzten Massenvernichtungswaffen verboten, und damit eine Ambition realisiert, die die Menschen weltweit teilen”, kommentiert Leo Hoffmann-Axthelm, Vorstand von ICAN Deutschland.
Bisher hat auch die Bundesregierung das Verbot von Atomwaffen mit Verweis auf die NATO-Mitgliedschaft abgelehnt. Mit Javier Solana und Willy Claes haben gleich zwei ehemalige NATO-Generalsekret?re in einem offenen Brief klargestellt, dass der Vertrag und das Verteidigungsb?ndnis durchaus kompatibel sind. ?ber 55 ehemalige Au?en- und Verteidigungsminister aus 20 NATO-Staaten nennen den AVV einen “Hoffnungsschimmer in einer dunklen Zeit”, und rufen alle Staaten der Allianz zu seiner Unterzeichnung auf.
“Der Verbotsvertrag zeigt bereits seine Wirkung. 170 Bundestagsabgeordnete, 16 von 16 Landeshauptst?dte und vier Bundesl?nder haben die Bundesregierung zur Unterzeichnung des UN-Atomwaffenverbots aufgerufen, ebenso wie ?ber 90% der Bev?lkerung. Anstatt sich hinter der NATO zu verstecken, sollte die Bundesregierung mit ihren B?ndnispartnern einen Ausstieg von der nukleare Abschreckung aushandeln”, so Hoffmann-Axthelm weiter.
Mit dem Inkrafttreten werden Atomwaffen v?lkerrechtlich auf den gleichen Status gestellt wie die ?brigen Massenvernichtungswaffen, die in der Biowaffen- und Chemiewaffenkonvention 1971 bzw. 1993 ge?chtet wurden. Damit steigt der Druck auf die 9 nuklear bewaffneten Staaten, neue Anstrengungen zur Abr?stung zu unternehmen. Dazu geh?ren auch Zusagen, die Zahl und Rolle der aktuell ?ber 13.000 Atomwaffen z?gig zu reduzieren.
mehr Infos gibt es hier: www.icanw.de

Der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen tritt in Kraft

Auswirkungen und Hintergrund

Gleich zwei ehemalige NATO-Generalsekret?re, Javier Solana und Willy Claes, die Vereinbarkeit von AVV und NATO-Mitgliedschaft in einem im September 2020 ver?ffentlichten Brief. Sie nennen den AVV einen „Hoffnungsschimmer in einer dunklen Zeit“, und fordern die NATO-Staaten zum Beitritt auf,19 gemeinsam mit insgesamt 56 ehemaligen Regierungschefs und Au?en- sowie Ver?teidigungsministern aus 20 NATO-Staaten, insbesondere aus Ost?europa.
Schon heute hat sich im Bundestag ein Parlamentskreis „Atomwaf?fenverbot“ konstituiert, in dem Abgeordnete aller demokratischen Parteien das Thema in halbj?hrlichen Treffen auf die Agenda set?zen. 16 von 16 Landeshauptst?dten fordern die Bundesregierung auf, den Verbotsvertrag beizutreten, insgesamt sogar ?ber 100 deutsche St?dte, darunter Berlin, M?nchen, Hamburg, K?ln sowie vier Bun-desl?nder, darunter Rheinland-Pfalz, wo die US-Atombomben gela?gert werden.23 Knapp 170 Bundestagsabgeordnete haben sich daf?r ausgesprochen; mit EU- und Landesparlamenten kommen wir auf 542 deutsche Abgeordnete.24 Seite 7

In Anbetracht der ?ffentlichen Meinung - 92 Prozent der Deutschen unterst?tzen den deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbot laut einer repr?sentativen Umfrage25 von Kantar f?r Greenpeace im Juli 2020 - ist es letztlich eine Frage der Zeit, bis die politische Konstella?tion auf Bundesebene den AVV-Beitritt erm?glicht. Seite8
Fazit
- Auch ohne den Beitritt der nuklear bewaffneten Staaten wird sich das Inkrafttreten des AVV auf diese Staaten auswirken, wie schon bei anderen Abr?stungsvertr?gen. Die nuklear bewaffnete Min?derheit muss sich mit der neuen Realit?t auseinandersetzen.
- Der Druck w?chst, zugesagte Abr?stungsschritte endlich umzu?setzen und echte Fortschritte in der nuklearen Abr?stung auszu?handeln.
- Der AVV st?rkt den Prozess der nuklearen Abr?stung: Jeder Fort?schritt in diese Richtung – insbesondere die Reduktion der Rolle von Atomwaffen in unseren Sicherheitsdoktrinen sowie deren Zahl in unseren Arsenalen – macht die Welt ein St?ck sicherer.
- Nukleare Abschreckung kommt unter verst?rkten Rechtferti?gungsdruck. Dies kann die Sicherheitspolitik f?r die ?ra nach der Blockkonfrontation fit machen, zum Beispiel mit Blick auf asym-metrische Kriegsf?hrung, Cyberwar, Klimawandel und Pande?mien.
- Jahrzehnte zivilgesellschaftlichen Aktivismus haben mit dem Verbot von Atomwaffen den v?lkerrechtlichen Status von Atom?waffen ver?ndert. Langfristig werden sich Staaten wie Deutsch?land nicht gegen das Atomwaffenverbot stellen k?nnen.

Die Staaten der Humanit?ren Initiative haben sich nicht ?berall beliebt gemacht, als sie die m?chtigsten Staaten der Welt herausge?fordert, und ihre Massenvernichtungswaffen v?lkerrechtlich ge?ch?tet haben.
Trotz aller Aufladung dieser Waffen als Statussymbol und Macht?instrument sollten wir niemals vergessen, was Atomwaffen tat?s?chlich sind: Komplexe Maschinen, die darauf optimiert wurden, so viele Menschen wie m?glich zu ermorden. Keine Atomwaffe, und sei sie noch so klein, kann eingesetzt werden, ohne verheerende und unvorhersehbare Folgen f?r Mensch, Umwelt und alle kommenden Generationen. Keine Situation kann deren Gebrauch rechtfertigen, keine Organisation auf die humanit?re Katastrophe reagieren. Kein Mensch, kein politisches System kann mit einer derartigen Verant?wortung umgehen.
Letztlich sind Atomwaffen vor allem eines: inakzeptabel. Es wird Zeit, dass wir unser eigenes Verhalten danach ausrichten. Hierzu dient das UN-Atomwaffenverbot.

Xanthe Hall / Leo Hoffmann-Axthelm Oktober 2020
ICAN-Hintergrund

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Mahnwache f?r die Opfer von Hiroshima und Nagasaki

Friedensinitiative Rhein-Hunsr?ck l?dt am Mittwoch, 5. August, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr zu einer Mahnwache am Springbrunnen in der Innenstadt in Kastellaun

Vor 75 Jahren, am 6. August und am 9. August 1945, wurden ?ber Hiroshima und Nagasaki die ersten Atombomben gez?ndet. Hundertausende starben an den Folgen. Zum Gedenken an die Opfer dieser Atomwaffeneins?tze l?dt die Friedensinitiative Rhein-Hunsr?ck am Mittwoch, 5. August, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr zu einer Mahnwache am Springbrunnen in der Innenstadt in Kastellaun. Gleichzeitig soll mit dieser Veranstaltung aber auch angesichts einer neuen atomaren Aufr?stung in der Welt an eine nukleare Abr?stung gemahnt werden.

Bei der Mahnwache gibt es auch einen Info-Tisch zur aktuellen Arbeit der Hunsr?cker Friedensbewegung und der Proteste in B?chel, dem letzten Atomwaffenstandort in Deutschland.

Bei der Mahnwache gelten auch die aktuellen Sicherheitsbestimmungen durch die Corona-Pandemie. So muss am Info-Stand der erforderliche Abstand eingehalten werden, auch d?rfen nicht mehr als zehn Personen gleichzeitig anwesend sein.

Infos bei: Heidrun Kisters, Kirchberg, Telefon 06763/4614, heidrun.kisters@t-online.de

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Erkl?rung des deutschen Zweiges des Internationalen Vers?hnungsbundes zum 75. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges am 8. Mai 2020

Vor 75 Jahren endete der 2. Weltkrieg, das gr??te Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts. Lange Zeit galt als Lehre aus der Zeit von 1933 bis 1945 in beiden deutschen Staaten der Satz:
Nie wieder Krieg - Nie wieder Faschismus.
„Wer noch einmal eine Waffe in die Hand nimmt“, hatte Franz Josef Strau? im Jahre 1949 gesagt, „dem soll die Hand abfallen.“ 1955 begann der Aufbau der Bundeswehr und Franz Josef Strau? wurde von 1956 bis 1962 der Verteidigungsminister. Bereits damals stand die Frage einer atomaren Bewaffnung im Raum, gegen die 17 f?hrende Atomphysiker der BRD protestierten.
Im vergangenen Jahr 2019 wurden weltweit 1917 Milliarden US-Dollar f?r R?stung und Milit?r ausgegeben, mehr als auf dem H?hepunkt des kalten Krieges im Jahre 1988. Von den 15 Staaten mit den gr??ten R?stungsausgaben hat kein Land die Ausgaben im Jahre 2019 so stark gesteigert wie Deutschland: Um 10 Prozent auf knapp 50 Milliarden US-Dollar.
„Frieden ist nicht alles - aber ohne Frieden ist alles nichts“, sagte einmal Willy Brandt.
Der deutsche Zweig des Internationalen Vers?hnungsbundes fordert daher den Abzug der letzten friedensgef?hrdenden Atomwaffen aus Deutschland, die noch immer in B?chel lagern. Nach dem Gutachten des Gerichtshofes in Den Haag von 1996 ist nicht nur der Einsatz von Atomwaffen, sondern auch der Besitz und dessen Lagerung v?lkerrechtswidrig.
Im 2 4-Vertrag hatten sich beide deutschen Staaten 1990 zum Verzicht auf atomare, biologische und chemische Waffen verpflichtet. Durch die Unterschrift unter den Atomwaffen-Verbotsvertrag w?rde sich auch die Frage er?brigen, ob Deutschland ein Nachfolgesystem f?r Tornados ben?tigt, die im Rahmen der nuklearen Teilhabe Atomwaffen tragen k?nnen.
Statt rund 12 Milliarden Euro f?r neue Kampfflugzeuge auszugeben, setzt sich der deutsche Zweig des Vers?hnungsbundes daf?r ein, dieses Geld f?r zivile Zwecke einzusetzen: Den konsequenten ?ko-sozialen Umbau der Wirtschaft in und nach der Coronakrise sowie Ma?nahmen zur Abwendung der drohenden Klimakatastrophe.
„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, hatte der damalige Bundespr?sident Richard von Weizs?cker in seiner historischen Rede 1985 gesagt - und dazu aufgefordert: "Arbeiten wir f?r den Frieden. Halten wir uns an das Recht."
Diese Botschaft k?nnte kaum aktueller sein. F?r den Frieden zu arbeiten, bedeutet f?r den Vers?hnungsbund heute, Abr?stung voran zu treiben, R?stungsbetriebe zu konvertieren in Produktionsst?tten, die dem Leben dienen, eine neue Entspannungspolitik mit Russland einzuleiten, Verfolgten und Gefl?chteten beizustehen und Aufnahme zu gew?hren, die L?nder des S?dens zu entschulden - und sich f?r einen weltweiten Ausgleich zwischen Arm und Reich zu engagieren.
Weltweit sind wir dadurch verbunden mit der Bewegung zur Unterst?tzung
der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) der UNO.

Minden, den 8. Mai 2020

F?r den Vorstand des deutschen Zweiges des Internationalen
Vers?hnungsbundes: Dr. Annette Nauerth

Auf der Homepage des Vers?hnungsbundes findet sich die Erkl?rung hier:
https://www.versoehnungsbund.de/node/1337

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Clemens Ronnefeldt
Referent f?r Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Vers?hnungsbundes
A.-v.-Humboldt-Weg 8a
85354 Freising
Tel.: 08161-547015
Fax: 08161-547016
C.Ronnefeldt@t-online.de
www.versoehnungsbund.de

Spendenkonto f?r die Arbeit des
Vers?hnungsbund-Friedensreferates:
Kontoinhaber: Vers?hnungsbund e.V. IBAN DE40 4306 0967 0033 6655 00
Stichwort: Friedensreferat/C. Ronnefeldt



Deutschland muss deutliche Zeichen f?r eine Welt frei von Atomwaffen setzen

Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und B?NDNIS 90/DIE GR?NEN - Deutscher Bundestag Drucksache 17/1159 17. Wahlperiode 24. 03. 2010

Deutschland muss deutliche Zeichen f?r eine Welt frei von Atomwaffen setzen
Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und B?NDNIS 90/DIE GR?NEN - Deutscher Bundestag Drucksache 17/1159 17. Wahlperiode 24. 03. 2010
Der Bundestag wolle beschlie?en:

I. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Seit dem Amtsantritt des neuen US-Pr?sidenten Barack Obama ist die Hoffnung auf Fortschritte insbesondere bei der nuklearen Abr?stung gestiegen. Russland und die USA haben Verhandlungen zu einem neuen START-Vertrag aufgenommen, der den im Dezember 2009 ausgelaufenen START-I-Vertrag ersetzen soll. In diesem Jahr findet die n?chste ?berpr?fungskonferenz zum Vertrag ?ber die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV bzw. Atomwaffensperr-vertrag“) statt. Im Jahr 2005 endete die letzte ?berpr?fungskonferenz mit einem Misserfolg. Deshalb wird es darauf ankommen, die Konferenz im Jahr 2010 mit Beschl?ssen zu beenden, die den Atomwaffensperrvertrag st?rken und die Nichtverbreitung von Nuklearwaffen voranbringen. Der Atomwaffensperrvertrag beruht auf drei S?ulen – erstens auf der Verpflichtung der Mitglieder zur nuklearen Nichtverbreitung, zweitens auf der Berechtigung aller Mitgliedstaaten zum Zugang und zur Nutzung ziviler Nukleartechnologie und drittens auf der Verpflichtung der Kernwaffenstaaten zur Abr?stung ihrer Nuklearpotentiale –, w?hrend sich die Nichtkernwaffenstaaten im Gegenzug verpflichten, keine Kernwaffen zu entwickeln oder zu erwerben. Mit der Rede von US-Pr?sident Barack Obama in Prag am 5. April 2009 und seinem Bekenntnis zum Ziel einer atomwaffenfreien Welt bietet sich die Chance, zu substanziellen Fortschritten bei der nuklearen Abr?stung zu gelangen. Die von einem historischen Gipfeltreffen verabschiedete UN-Sicherheitsratsresolution 1887 vom 24. September 2009 zeigt die breite internationale Unterst?tzung f?r dieses Ziel. Konkret setzen wir auf einen Erfolg der amerikanisch-russischen Verhandlungen ?ber ein START-Nachfolgeabkommen. Zudem will US-Pr?sident Barack Obama auf einem Gipfeltreffen ?ber nukleare Sicherheit im April 2010 f?r zus?tzliche Ma?nahmen gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und zur Kontrolle von Spaltmaterial werben. Deutschland unter st?tzt diese Ans?tze nachdr?cklich. Ebenso sind zivilgesellschaftliche Bem?hungen wie die „Initiative f?r eine globale Nulll?sung“ oder die von Australien und Japan betriebene „Internationale Kommission f?r Nukleare Nichtverbreitung und Abr?stung“ zu begr??en. Eine Welt frei von Atomwaffen ist keine Utopie, sondern eine konkrete Verpflichtung der Unterzeichner des Nichtverbreitungsvertrages. Die Abr?stungserwartungen d?rfen nicht erneut entt?uscht werden. Deutschland kann national und international auf vielf?ltige Weise einen wirksamen Beitrag zu einer Welt ohne Atomwaffen leisten.

Die erste Herausforderung f?r die neue Politik wird die ?berpr?fungskonferenz des Atomwaffen-sperrvertrags im Mai 2010 bilden. Das seit 1970 weitgehend erfolgreiche Nichtverbreitungsregime befindet sich an einer Wegscheide. Mit der zunehmenden Ausbreitung der zivilen Nutzung der Atomenergie w?chst die Gefahr, dass sich auch milit?rische Anwendungen verbreiten. Viele Nichtkernwaffenstaaten kritisieren die Ungleichbehandlung im Rahmen des Vertrags ?ber die Nichtverbreitung von Kernwaffen. Sie erwarten seit langem von den Atomwaffenstaaten konkrete Fortschritte beim Bem?hen um nukleare Abr?stung und verbindliche Sicherheitsgarantien im Gegenzug f?r den Verzicht auf Atomwaffen. Von gro?er Bedeutung f?r die Chancen nuklearer Abr?stung werden die f?r das Fr?hjahr dieses Jahres erwartete „Nuclear Posture Review“ der Vereinigten Staaten und die Ergebnisse der Beratungen ?ber das neue strategische Konzept der NATO sein.
Der Deutsche Bundestag begr??t die Absicht der Bundesregierung,
- neue Abr?stungsabkommen international zu unterst?tzen und die ?berpr?fungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag daf?r zu nutzen, um eine neue Dynamik f?r R?stungskontroll- und Abr?stungsvereinbarungen zu erreichen;
- in diesem Zusammenhang und im Zuge der Ausarbeitung eines neuen strategischen Konzeptes der NATO sich im B?ndnis sowie gegen?ber den amerikanischen Verb?ndeten daf?r einzusetzen, dass die in Deutschland verbliebenen Atomwaffen abgezogen werden;
- sich f?r eine atomwaffenfreie Welt zu engagieren.

II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,

1. weiterhin mit gro?em Engagement f?r allgemeine und weltweite Abr?stung einzutreten und f?r dieses Ziel eine neue Dynamik bei R?stungskontroll- und Abr?stungsvereinbarungen in Gang zu setzen;

2. sich im Rahmen der Debatte ?ber ein neues strategisches Konzept der NATO daf?r einzusetzen, die Rolle der Nuklearwaffen in der NATO-Strategie zur?ckzuf?hren sowie ihren Teil zur Verst?rkung der R?stungskontrolle und F?rderung der nuklearen und konventionellen Abr?stung beizutragen;

3. die Verminderung strategischer Atomwaffen durch den Abschluss eines START-I-Nach-folgeabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zu unterst?tzen;

4. nach erfolgreichem Abschluss eines START-I-Nachfolgeabkommens Verhandlungen zwischen den USA und Russland zur verifizierbaren vollst?ndigen nuklearen Abr?stung im substrategischen Bereich anzuregen;

5. sich auch bei der Ausarbeitung eines neuen strategischen Konzepts der NATO im B?ndnis sowie gegen?ber den amerikanischen Verb?ndeten mit Nachdruck f?r den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen;

6. zu einem positiven Abschluss der ?berpr?fungskonferenz des NVV im Mai 2010 beizutragen;

7. die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) als ?berwachungsorgan des NVV zu st?rken, die Bem?hungen zur universellen Anwendung des Zusatzprotokolls („Additional Protocol“) zu unterst?tzen;

8. f?r die Ratifizierung des Atomteststoppabkommens (CTBT) und ein Testmoratorium zu werben – insbesondere durch hochrangige Gespr?che mit den Staaten, die den CTBT bisher noch nicht unterzeichnet haben;

9. in der UN-Abr?stungskonferenz auf die baldige Ausarbeitung eines Abkommens zum Verbot der Produktion von Spaltmaterial (FMCT) zu dringen;

10. f?r effektive Sanktionen gegen die Verletzung von NVV-Verpflichtungen einzutreten;

11. zur Verbesserung der Transparenz und der Verifizierbarkeit im Nuklearbereich u. a. f?r die Einrichtung eines Kernwaffenregisters sowie die Offenlegung der Plutoniumbest?nde einzutreten;

12. sich weiterhin proaktiv an der Diskussion ?ber die verschiedenen, auch zivilgesellschaftlichen Ans?tze f?r eine vollst?ndige nukleare Abr?stung zu beteiligen, wie beispielsweise an der „Global-Zero“-Initiative oder der Diskussion ?ber den Vorschlag f?r eine Nuklearwaffenkonvention zur ?chtung der Atomwaffen;

13. die f?nf anerkannten Atomm?chte zum verbindlichen Verzicht auf den Einsatz von Atomwaffen gegen?ber Nichtnuklearwaffenstaaten aufzufordern;

14. bei den Staaten, die dem NVV bisher nicht beigetreten sind, f?r einen unverz?glichen Beitritt als Nichtkernwaffenstaaten zu werben und ins besondere an die nicht anerkannten Nuklearwaffenstaaten zu appellieren, die Produktion von Atomwaffen und nuklearwaffenf?higem Spaltmaterial ?berpr?fbar einzustellen, dem Atomteststoppvertrag beizutreten, verbindlich auf den Einsatz von Atomwaffen gegen?ber Nichtnuklearwaffen- staaten zu verzichten und sich weiteren verbindlichen und umfassenden nuklaren R?stungskontrollvereinbarungen anzuschlie?en;

15. sich in den Konfliktregionen im Nahen und Mittleren Osten, in Nordkorea und in S?dasien nachdr?cklich f?r Gespr?che ?ber nukleare Abr?stung ein zusetzen, die zur Schaffung massenvernichtungswaffenfreier Zonen f?hren k?nnten, wie sie bereits in Lateinamerika und der Karibik, im S?dpazifik, in S?dostasien, in Afrika und in Zentralasien bestehen;

16. in der Frage der Raketenabwehr gemeinsame und kooperative L?sungen zu suchen, die nicht zu neuen Spannungen und R?stungswettl?ufen f?hren, und hierbei Diskussionen ?ber die weltweite r?stungskontrollpolitische Bedeutung von strategischen Raketenabwehrsystemen anzuregen;

17. sich weiter f?r politische L?sungen der durch die Atomprogramme Nordkoreas sowie Irans entstandenen Konflikte einzusetzen;

18. sich um eine St?rkung der konventionellen R?stungskontrolle in Europa zu bem?hen und insbesondere f?r den Erhalt und die Fortschreibung des Vertrags ?ber konventionelle Streitkr?fte in Europa (KSE) sowie die R?ckkehr Russland in dieses Vertragsregime zu werben;

19. die F?rderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien weltweit politisch zu unterst?tzen und sich f?r die Nichtverbreitung r?stungssensibler Nukleartechnologien z. B. durch die Multilateralisierung des nuklearen Brennstoffkreislaufes f?r zivile Anwendung einzusetzen.

Berlin, den 24. M?rz 2010

Volker Kauder, Dr. Hans-Peter Friedrich (Hof) und Fraktion, Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion Birgit Homburger und Fraktion Renate K?nast, J?rgen Trittin und Fraktion^

Dieser Antrag wurde am 26.3.2010 mit gro?er Mehrheit im Bundestag angenommen

Ostermarsch in B?chel, Ostermontag 13.April 2020 findet wegen Corona Epidemie nicht statt

Liebe Friedensfreund*innnen,
nach etlichen Telefonkonferenzen haben wir uns jetzt entschlossen, den diesj?hrigen Ostermarsch in B?chel abzusagen. Es ist f?r die meisten Menschen nicht mehr nachvollziehbar, warum eine solche Gro?veranstaltung noch stattfinden sollte.
Schade um die ganze Vorbereitung, aber das gilt ja auch f?r andere Absagen.
Stattdessen wollen wir am Ostermontag um 14:00 als Zeichen des Friedens
Kerzen ins Fenster stellen. Vielleicht habt Ihr ja Lust, dabei mitzumachen?
Mit Friedensgru? Elke Koller

Presserkl?rung zu Ostern 2020

Auch wenn wegen der Corona-Pandemie die gro?en Proteste der Friedensbewegung am Aomwaffen-standort in der Eifel bis auf Weiteres abgesagt sind, so wollen doch einzelne Mitglieder zur Mahnung auf die Stra?e gehen.
Wir sind besorgt, weil nach Informationen der“ Washington Post“ US-Milit?rs k?rzlich einen atomaren Erstschlag gegen Russland simulierten, der von Europa ausging.
Wir fordern die Bundesregierung auf, sich an solchen Pl?nen nicht zu beteiligen! Und wir fordern die Bundesregierung auf, keine weiteren Gelder mehr f?r die Finanzierung einer atomaren Aufr?stung bereit zu stellen!
Alle Finanzmittel werden dringend gebraucht zur Unterst?tzung unseres Gesundheitssystems, zur Unterst?tzung bed?rftiger Menschen und zur Unterst?tzung von Freiberuflern, Selbst?ndigen und kleinen Firmen, die jetzt in eine Schieflage geraten.
Die Corona- Krise ist eine Herausforderung f?r unsere Gesellschaft und wir sollten sie zum Anlass nehmen, unsere bisherigen Handlungen zu ?berdenken.
Deshalb wiederholen wir unsere Forderung an die Bundesregierung, sich dem an der UN beschlossenen Atomwaffen-Verbotsvertag nicht mehr zu verweigern und ihn endlich zu unterzeichnen!
Auch sollte eine wirksame diplomatische Initiative starten, die zu einer Entspannung
der Ost-West-Beziehungen f?hrt.
Und wir schlie?en uns dem Appell des UN-Generalsekret?rs Antonio Guterres vom 23.M?rz an, der angesichts der Corona-Krise einen unverz?glichen, globalen Waffenstillstand in allen Ecken der Welt fordert.

Internationaler Vers?hnungsbund, Regionalgruppe Cochem-Zell
c/o Dr.Elke Koller 56759 Leienkaul tel: 02653-3220



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auch der Kirchlicher Aktionstag in B?chel wird wg. Corona verschoben

Pr?ses Annette Kurschus wird 2020 in B?chel predigen

3. kirchlicher Aktionstag in B?chel beschlossen

Die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette
Kurschus, wird im kommenden Jahr beim kirchlichen Aktionstag am Fliegerhorst B?chel in
der Eifel die Predigt halten. Annette Kurschus, die auch Pr?ses der Evangelischen Kirche in
Westfalen ist, sagte der Projektgruppe „Kirche gegen Atomwaffen“, die sich zu einer Sitzung
in Frankfurt am Mainz traf, ihre Teilnahme auf eine entsprechende Anfrage zu. Der kirchliche
Aktionstag soll am 6. Juni 2020 stattfinden.
Die Projektgruppe, der Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen
sowie der katholischen Friedensbewegung Pax Christi angeh?ren, hatte bereits 2018 und
2019 Aktionstage organisiert, um damit ein Zeichen f?r Frieden und nukleare Abr?stung
auszusenden. 2020 ist bereits der dritte kirchliche Aktionstag am Fliegerhorst in B?chel, wo
die letzten US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland lagern.
2018, am ersten kirchlichen Aktionstag, hatten rund 500 Christinnen und Christen
teilgenommen. Damals hatte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms die
Bundesregierung aufgefordert, sich dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag anzuschlie?en und
alles daf?r zu tun, dass die letzten Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden. In
diesem Jahr hatte die fr?here EKD-Ratsvorsitzende Margot K??mann vor mehr als 1000
Christinnen und Christen beim zweiten Aktionstag betont, dass es an der Zeit sei, sich
angesichts einer beginnenden nuklearen Aufr?stung und der Drohung mit dem Einsatz von
Atomwaffen f?r eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen.
Die 1963 in Rotenburg an der Fulda geborene Theologin Annette Kurschus ist seit M?rz 2012
Pr?ses der Evangelischen Kirche in Westfalen, seit November 2015 ist sie zugleich
stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, seit 2016 auch
Beauftragte des Rates der EKD f?r die Beziehungen zu den polnischen Kirchen.
Die Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ hat sich im Dezember 2017 auf Initiative des
badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr geh?ren derzeit Christinnen und Christen aus
den Evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der
Pfalz, dem Rheinland und W?rttemberg an, ebenso nehmen Mitglieder der katholischen
Friedensbewegung Pax Christi an den Treffen teil.
Infos im Internet unter: www.kirchengegenatomwaffen.wordpress.com

Aufruf zum 3. Aktionstag am Fliegerhorst Büchel/Eifel Samstag, 6. Juni 2020

Wir, Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen und der katholischen Friedensbewegung pax christi laden auch in diesem Jahr ein, nach Bü-chel in die Eifel zu kommen. Dort lagern US-amerikanische Atombomben, die im Kriegsfall von deutschen Flugzeugen und deutschen Piloten zu ihren Zielen geflogen werden. Nun sollen sowohl die Bomben wie auch die Flugzeuge modernisiert werden. Dies wie auch die Aufkündigung des INF-Vertrages machen ihren Einsatz wahrschein-licher. Es droht ein millionenfacher Tod wie in Hiroshima und Nagasaki.

Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen wie auch die Drohung damit abzulehnen. Wir fühlen uns dabei einig mit der katholi-schen und der evangelischen Kirche.

So hat die Deutsche Kommission Justitia et Pax der Deutschen Bischofskonferenz im vergangenen Sommer erklärt, dass das Konzept der atomaren Abschreckung ethisch nicht länger verantwortet werden kann und Atomwaffen völkerrechtlich geächtet wer-den müssen. „Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen ist ? uneingeschränkt verwerflich“, auch der Besitz von Atomwaffen sei ethisch nicht mehr zu rechtfertigen, heißt es in der Erklärung. Auch die Drohung eines Einsatzes mit Atomwaffen lasse sich moralisch nicht rechtfertigen, so die Kommission. "Wir sagen Geist, Logik und Praxis der Atomwaffen ab. Weil wir Gott als den Herrn bekennen, sind wir alle her-ausgefordert, durch deutliche Schritte zu zeigen, dass Einsatz, Besitz und Produktion von Massenvernichtungsmitteln unserem Glauben widersprechen.“ („Bekennen in der Friedensfrage“ des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, Bundessynode Görlítz 1987)

Die im November 2019 von der EKD-Synode in Dresden verabschiedete Friedens-kundgebung betont, dass politisches Ziel eine Welt ohne Atomwaffen bleibe und der Atomwaffenverbotsvertrags überfällig sei. Auch unterstreicht die EKD in dieser Kund-gebung, dass die Tatsache, dass auch vom deutschen Boden in Büchel eine atomare Bedrohung ausgehe, die Kirche nicht ruhig lassen könne.

Wir laden daher alle Menschen ein, die für den Abzug der Atombomben und das von den Vereinten Nationen am 7. Juli 2017 beschlossene Verbot von Atomwaffen sind, vor dem Fliegerhorst Büchel öffentlich und gewaltfrei dafür einzutreten und den Um-stieg auf eine friedenslogische Außen- und Sicherheitspolitik zu fordern.

Ab 11 Uhr gibt es bei diesem Aktionstag ein Kulturprogramm mit Musik und kurzen Ansprachen, um 12 Uhr feiern wir einen ökumenischen Gottesdienst. Die Predigt im Gottesdienst hält die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende und Präses der Evangeli-schen Kirche in Westfalen, Annette Kurschus. Das nachmittägliche Kulturprogramm endet mit einer symbolischen Aktion gegen 15.30 Uhr.

Weitere Informationen zum Programm und zu den verschiedenen Busanfahrten:
www.KirchenGegenAtomwaffen.wordpress.com

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2. Aktionstag in B?chel gegen die Atomwaffen

Pressestimmen und Bilder sind auf
www.kirchengegenatomwaffen.wordpress.com zu finden,
Videos mit diesem Link zu sehen:
www.youtube.com/channel/UC2zLGjzaDrZgw6axmstKyGg

Aufruf zum 2. Aktionstag am Fliegerhorst Büchel/Eifel am Sonntag, 7. Juli 2019

Wir, Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen und aus der katholischen ...

mit Dr. Margot Käßmann, Landesbischöfin i.R.

Wir, Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen und aus der katholischen Friedensbewegung pax christi laden in Kooperation mit ICAN und IPPNW ein, nach Büchel (bei Cochem/Mosel) zu kommen. Dort lagern US-amerikanische Atombomben, die im Kriegsfall von deutschen Flugzeugen zu ihren Zielen geflogen werden. Nun sollen sowohl Bomben als auch Bomber modernisiert werden. Dies und die Aufkündigung des INF-Vertrages machen ihren Einsatz wahrscheinlicher. Es droht ein millionenfacher Tod. Erinnert sei an Hiroshima und Nagasaki.

Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen abzulehnen. Wir laden alle Menschen ein, die für den Abzug und Verbot der Atomwaffen sind, vor dem Fliegerhorst öffentlich und gewaltfrei dafür einzutreten und den Umstieg auf eine friedenslogische Außen- und Sicherheitspolitik zu fordern.

Nicht zuletzt aufgrund der jahrelangen Bemühungen der Internationalen Kampagne für ein Verbot von Atomwaffen (ICAN) haben am 7. Juli 2017 im UN-Hauptquartier 122 Staaten für den Atomwaffen-Verbotsvertrag gestimmt. Dafür erhielt ICAN den Friedensnobelpreis 2017. Auch der Ökumenische Rat der Kirchen engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Atomwaffen. Ebenso fordern Papst Franziskus und die Evangelische Kirche im Rheinland wie auch andere Landeskirchen deren Abzug und weltweite Ächtung.

Trotz klarer Beschlüsse des Deutschen Bundestags und des rheinland-pfälzischen Landtags weigert sich die Bundesregierung bislang, den Abzug der Atomwaffen aus Büchel zu veranlassen.

Deshalb fordern wir, dass die Bundesregierung
1. den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet,
2. die „nukleare Teilhabe“ innerhalb der NATO beendet,
3. für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und Europa eintritt,
4. parlamentarische Initiativen unternimmt, das Atomwaffenverbot im Grundgesetz zu verankern und
5. ihre Außen- und Sicherheitspolitik zivil orientiert.

Der Ökumenische Rat der Kirchen hat 2013 zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens aufgerufen. Wir sehen unseren Aktionstag am 7. Juli 2019, dem zweiten Jahrestag des UN-Beschlusses, als einen Schritt auf diesem Weg. Wir freuen uns, wenn möglichst viele Mitglieder kirchlicher Gemeinden und Gleichgesinnte von außerhalb der Kirchen daran teilnehmen und somit angesichts zunehmender Kriegsgefahren ein deutliches Zeichen für eine friedlichere Zukunft setzen. Auch die jeweils zuständigen Bundestagsabgeordneten sollten zur Mitfahrt eingeladen werden.

Programm
ab 10 Uhr Anreise und gemeinsames Singen mit Nicole Mercier
11 Uhr Eröffnung und Kulturprogramm: Interviews mit regionalen AktivistInnen, Kurzansprachen,
Lyrik und mit Musik von ROSTLOS
13 Uhr Mittagspause
14 Uhr Ökumenischer Gottesdienst mit Predigt von Dr. MARGOT KÄßMANN, Landesbischöfin i.R.
15 Uhr Gemeinsame Symbolhandlung und Verabschiedung
ab 15.30 Uhr Heimreise

Wir bitten schon jetzt darum, für diesen Pilgerweg zum Aktionstag zu werben und diesen Tag in die Jahresplanung der Gemeinden und Organisationen einzubeziehen.
Wer bereits an der ICAN-Veranstaltung am Vortag teilnehmen möchte: www. ICANW.de/termine/

Busanfahrten werden von regionalen oder lokalen Kontaktpersonen organisiert – vielleicht auch von Ihnen? Weitere Informationen zu Anreise und Programm: www.KirchengegenAtomwaffen.wordpress.com

Anmeldung für die Teilnahme aus dem Gebiet der EKiR:
Friedensinitiative Hunsrück, Ulrich Suppus Tel. 06762-4489, E-Mail: ulrich@suppus.de

Spenden zur Vorbereitung und Durchführung des Aktionstages 7.7.19 erbitten wir auf das Konto des Vereins für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V., Kirchberg
IBAN: DE95 5606 1472 0001 0135 91 BIC: GENODED1KHK Volksbank Hunsrück-Nahe e.G.
Die FI Rhein-Hunsrück hat in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Am Turm aus Bad Kreuznach einen Bus für die Fahrt zum Kirchlichen Aktionstag in Büchel organisiert. Die Abfahrt ist am 7. Juli 2019 um 9.30 Uhr am Marktplatz in Kastellaun, Anmeldungen an Heidrun Kisters, Telefon 06763/4614 oder per Mail: heidrun.kisters@t-online.de.



Aufruf zum Download

Der neue Kalte Krieg Mehr Atomwaffen für Europa?

Film von Andreas Orth über die nukleare Aufrüstung

www.arte.tv/de/videos/082249-000-A/der-neue-kalte-krieg


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Ein deutliches Zeichen gegen Atomwaffen für eine friedlichere Welt

Seit Mai 1984 gehört die Stadt Mainz mit dem damaligen Oberbürgermeister Jockel Fuchs zur der ...

Mainzer Oberbürgermeister Ebling unterzeichnet ICAN Erklärung zum Atomwaffenverbot

Seit Mai 1984 gehört die Stadt Mainz mit dem damaligen Oberbürgermeister Jockel Fuchs zur der weltweiten Bewegung Mayors for Peace.
Der jetzige Oberbürgermeister Ebling unterzeichnete jetzt auf der Aktionskonferenz der Kampagne "Büchel ist überall" einen Appell von ICAN zur Abschaffung aller Atomwaffen.
Die Unterstützung des OB der Stadt Mainz für den Anti-Atom-Appell kommt an dem Tag, an dem nach den USA auch Russland erklärte, aus dem Abrüstungsvertrag INF auszusteigen. Andere Städte, die den ICAN-Aufruf unterstützen, sind beispielsweise Sydney, Los Angeles oder Manchester.
Ebling betonte in seiner Ansprache dass wir die "Wahl haben, entweder wir schaffen die Atomwaffen ab oder die Waffen schaffen uns ab". Gerade auf der kommunalen Ebene sei es die Pflicht der Politiker Gefahren für die Bevölkerung zu erkennen und gegen sie zu arbeiten.
Angesichte der derzeitigen Schritte der USA und Russlands den INF Vertrag aufzukündigen müsse eine weitere Aufrüstungsspirale und den Rückfall in Zeiten des kalten Krieges entgegen getreten werden.
Ebling versprach auf dem Städtetag für weitere Unterzeichner zu werben.
Hier der Appell im Wortlaut:
“Unsere Stadt/unsere Gemeinde ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellt. Wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und lang anhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen 2017 und fordern die Bundesregierung zu deren Beitritt auf.“
Weitere Infos auf der SWR Aktuell Seite:


Aktionstag gegen Atomwaffen in B?chel

Hier der SWR-Bericht dazu: www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/Proteste-am-Fliegerhorst-Buechel,anti-atomwaffen-proteste-buechel-100.html


Weltweit arbeiten Bürgermeister für den Frieden

Die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki gründeten 1982 die Weltkonferenz der Bürgermeister ...

Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden am 7. Juli

Die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki gründeten 1982 die Weltkonferenz der Bürgermeister für den Frieden. Sie möchten, dass Städte und Gemeinden weltweit zusammenarbeiten, um eine friedliche Welt ohne Atomwaffen zu schaffen. Denn sie sind davon überzeugt, dass Städte und Menschen keine Angriffsziele von Atomwaffen sein dürfen.
Als Bürgermeister für den Frieden hat man besondere Aufgaben:
· Regelmäßig treffen sich die Bürgermeister für den Frieden innerhalb eines Landes, aber auch über Landesgrenzen hinweg. 2003 hat die Konferenz der Bürgermeister für den Frieden bei einer dieser Treffen einen Plan für eine atomwaffenfreie Zukunft ausgearbeitet. Darin werden einzelne Schritte beschrieben, wie bis zum Jahr 2020 eine Welt ohne Atomwaffen erreicht werden kann.
· Die Bürgermeister für den Frieden suchen das direkte Gespräch mit den Politikern in Ihrem Land. Sie fordern die Politiker auf, sich an den Atomwaffensperrvertrag zu halten und darüber hinaus an einer Welt
· ohne Atomwaffen mitzuarbeiten.
· Mit der Sammlung von Unterschriften gegen den Besitz von Atomwaffen versuchen sie den Politikern im Land zu zeigen, dass ein Großteil ihrer eigenen Bürger keine Atomwaffen wollen.
· Jedes Jahr am 08. Juli hängen die Bürgermeister für den Frieden weiß-grüne Fahnen auf. Dies soll an den Beschluss des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 08. Juli 1996 erinnern. Damals haben die Richter und Richterinnen entschieden, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen gegen das Völkerrecht verstossen.

Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden am 7. Juli

Am Donnerstag, 7. Juli, starten die Aktionen zum Flaggentag des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden)...

Schwäbisch Gmünd (sv). „Atomwaffen abschaffen!“ Dieses Ziel steht im Mittelpunkt der Aktionen zum Flaggentag des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden). Mit dem Hissen der Mayors for Peace Flagge appellieren die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister an die Staaten der Weltgemeinschaft, die Beseitigung der Nuklearwaffen voranzutreiben und sich für eine friedliche Welt einzusetzen.

In Schwäbisch Gmünd, das seit 2004 Mitglied im Bündnis der Bürgermeister für den Frieden ist, findet der Flaggentag gemeinsam mit der Pressehütte Mutlangen statt. Gäste werden dieses Jahr außerdem Jugendliche aus China, Deutschland, Mexiko, Russland, Portugal und der Türkei sein, die in dieser Woche im Rahmen eines Workcamps zur nuklearen Abrüstung an der Pressehütte sind.

Der Flaggentag erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag – das Hauptrechtssprechungsorgan der Vereinten Nationen – vom 8. Juli 1996. Darin heißt es, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen generell mit den Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts unvereinbar sind. Das Gutachten ist zwar nicht bindend, aber dennoch von großer Bedeutung: die Staaten der Weltgemeinschaft werden an ihre „völkerrechtliche Verpflichtung“ gemahnt, ernsthafte Verhandlungen zur Beseitigung von Kernwaffen aufzunehmen.

Dieses Jahr werden die Aktionen zum Flaggentag bereits am Donnerstag, 7. Juli, starten. Denn an diesem Tag gehen in New York die Verhandlungen von rund 130 Nichtnuklearstaaten über ein Atomwaffenverbot zu Ende. Ein Verbotsvertrag würde Nuklearwaffen ächten und wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt. Die Atomwaffenstaaten blieben diesen Verhandlungen fern, ebenso Deutschland als NATO-Mitglied.

Auf der anderen Seite setzen sich immer mehr deutsche Städte für das Vorantreiben der atomaren Abrüstung ein. In Deutschland sind es in diesem Jahr über 240 Städte, die mit Aktionen am Flaggentag auf die Bedrohung durch nukleare Waffenarsenale aufmerksam machen. In Schwäbisch Gmünd als Stationierungsort für die Pershing II-Raketen während des Kalten Krieges gibt es noch heute eine besondere Sensibilität und Verantwortung mit Blick auf den nur schleppend vorangehenden Abrüstungsprozess. 70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Krisen und Konflikte ist die Bedrohung durch Atomwaffen nach wie vor aktuell. Dass die vorhandenen Arsenale nur langsam abgebaut und stattdessen weiter modernisiert werden, gibt weiter Grund zur Sorge.

Die Mayors for Peace appellieren daher an die Bundesregierung, zukünftig alle Bemühungen zur atomaren Abrüstung ernsthaft und konstruktiv zu begleiten.

Weitere Städte – Mayen – Merzig – Bad Honnef - Wuppertal
Über 500 Bürgermeister in Deutschland haben sich dem Netzwerk „Mayor für Peace“ angeschlossen.

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Die Bedrohung durch Atombomben nimmt weltweit zu

Landessschau Rheinland-Pfalz berichtet

Nobelpreisträger ICAN fordert deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbot

Friedensnobelpreis für ICAN

Der Friedensnobelpreis ist eine große Ehre für die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). „Wir sind sehr glücklich über diese hohe Auszeichnung und den Rückenwind, den wir dadurch für ein Atomwaffenverbot erhalten“, freut sich Sascha Hach, Vorstandsmitglied der deutschen Sektion von ICAN. „Wir fordern die Bundesregierung auf, dem Vertrag beizutreten.“

Im Juli 2017 haben sich in den Vereinten Nationen 122 Staaten hinter diesem Ziel von ICAN versammelt und den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. „Die Atomwaffenstaaten und ihre Alliierten können sich nicht länger verstecken, wenn der Rest der Welt nach Abrüstung und Ächtung ruft“, erklärt Xanthe Hall, Abrüstungsexpertin bei ICAN Deutschland.

„Die Bundesregierung hat die politische Bedeutung des Verbotsvertrages völlig verkannt. Sie sollte die heutige Würdigung dieses Vertrages durch das Nobelkomitee zum Anlass nehmen, dem Verbot beizutreten. Merkel muss sich nun dem Bündnis der Deeskalation anschließen“ fordert Hach.

ICAN drängt seit Jahren darauf, die humanitären Folgen von Atomwaffen in den Fokus der sicherheitspolitischen Debatte zu rücken und hat hierzu ein breites zivilgesellschaftliches und politisches Bündnis geschmiedet. Als Anwalt des humanitären Völkerrechts muss sich Deutschland auch für ein Verbot der grausamsten Waffe der Welt einsetzen, anstatt die Atommächte und ihre Abschreckungspolitik zu stützen.

Die Bundesregierung hat die Verhandlungen zum Verbotsvertrag in diesem Jahr boykottiert. In Deutschland selbst sind etwa zwei dutzend Atomwaffen stationiert, die nun trotz der aktuellen nuklearen Spannungen zwischen USA und Nordkorea sowie zwischen NATO und Russland für Milliarden modernisiert werden. ICAN Deutschland kritisiert die nukleare Aufrüstung auf beiden Seiten und fordert den sofortigen Abzug der in Büchel stationierten Atomwaffen. Die Bundesregierung muss sich in dieser kritischen Situation von der Abschreckungspolitik der NATO eindeutig distanzieren.

Als das Land, von dem die Erfindung der Atomwaffen ausging und in dem ihr Abwurf auf Hiroshima und Nagasaki befehligt wurde, steht Deutschland in einer besonderen historischen Verantwortung. Die nukleare Teilhabe und Beteiligung an der Atomwaffendoktrin der NATO ist mit seinem friedenspolitischen Selbstverständnis nicht vereinbar.

Briefing zum Atomwaffenverbot:www.icanw.de/wp-content/uploads/2017/09/170911_Briefing_Atomwaffenverbotsvertrag.pdf

Mehr Infos zum Atomwaffenverbot: www.nuclearban.de

Geschichte von ICAN: www.icanw.de/ueber-ican/ican-international

Umfrage zum deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbot:www.icanw.de/neuigkeiten/bevoelkerung-fuer-beitritt-zu-atomwaffenverbot-unterzeichnung-ab-dem-20-september-2017

Videomaterial zu ICAN: www.facebook.com/ICAN.Germany/videos/1724181827615430
vimeo.com/235337614

Internationalen Vertrag für die Ächtung von Atomwaffen beschlossen

Die Bundesrepublick Deutschland boykottiert den Vertragsabschluss

Was für ein großartiger Erfolg: 122 Staaten haben am 7. Juli einen internationalen Vertrag für die Ächtung von Atomwaffen beschlossen. Der Vertrag verbietet jeglichen Einsatz und die Drohung mit Atomwaffen, er wird am 20. September zur Unterschrift freigegeben. 90 Tage nach der Ratifizierung des 50. Staates tritt er in Kraft und wird damit geltendes Völkerrecht für alle Unterzeichnerstaaten sein. Möglich war das auch dank des unermüdlichen Einsatzes von Menschen in allen Ländern gegen diese Massenvernichtungswaffen. Die Atomwaffenstaaten allerdings haben diese Verhandlungen boykottiert – und auch die Bundesrepublik Deutschland war nicht dabei.
Es bleibt also noch genug zu tun – gerade in diesen Augusttagen, in denen wieder an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gedacht wird.
Bitte helft, die Menschen in Eurer Umgebung über die nach wie vor hohe Bedrohung durch Atomwaffen und die anstehende „Modernisierung“ der in Deutschland gelagerten Waffen zu informieren, durch die in Wirklichkeit neue, zielgerichtetere und damit besser einsatzbare Atombomben angeschafft werden sollen. Der Bundestagswahlkampf bietet viele Chancen, dieses Thema anzusprechen.
Für eine atomwaffenfreie Welt
Historisches Abkommen: Mehr Infos zum Verbotsvertrag und den Hintergründen findet sich auf der Seite der IPPNW, der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges. Das Verbot schließe eine völkerrechtliche Lücke und läute das Ende der Abschreckungspolitik ein, heißt es in einer Pressemittei-lung von ICAN. Der Text des Verbotsvertrages findet sich zum Download weiter unten. Unterdessen kommt eine Studie für den Bundestag zu dem Schluss, dass die „nukleare Teilhabe“ Deutschlands im Rahmen der Nato und die Mitfinanzierung von Atomwaffen anderer Nato-Länder nicht (!) gegen aktuelle völkerrechtliche Verpflichtungen Deutschlands verstoßen.

Aufruf an die Bundesregierung: In bundesweiten Zeitungsanzeigen forderten am 5. August zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen die Bundesregierung auf, sich dem Verbotsvertrag anzuschließen.

Fastenkampagne: Mit Mahnwachen und Friedensgebeten hat am 29. Juli in Schwäbisch Gmünd die in-ternationale Fastenkampagne begonnen, die unser früherer Vorsitzender Matthias Engelke ins Leben gerufen hat. Jedes Jahr einen Tag mehr – bis die Atomwaffen aus Deutschland abgezogen sind.

Friedensaktivist_innen besetzen Atomwaffenbunker in Büchel: Fast eine Stunde lang saßen sie unentdeckt auf dem Bunker, bis sie schließlich anfingen Friedenslieder zu singen, um die Soldat_innen auf sich aufmerksam zu machen. Im Rahmen der internationalen Woche in Büchel sind fünf Aktivist_innen, da-runter ein Deutscher, in den Fliegerhorst Büchel eingedrungen, um gegen die dort vorgehaltenen US-Atomwaffen zu protestieren.

Unermüdlich: Über das Engagement von Versöhnungsbund-Mitgliedern für eine atomwaffenfreie Welt berichtet sehr anschaulich dieser Artikel aus dem Themenheft der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Haftstrafe für Atomwaffengegner: Wer gegen die völkerrechtswidrigen Atomwaffen in Deutschland protestiert, wird kriminalisiert. Martin Otto von der „Gewaltfreien Aktion Atomwaffen Abschaffen“, der im August 2016 den Militärzaun des Atomwaffenstützpunktes Büchel aufgeschnitten hatte, steht jetzt eine Haftstrafe von 25 Tagen bevor. Seine Verteidigungsrede für das Gericht ist hier zu finden: www.gaaa.org/pdf/rede-1.pdf?ID=131

Artikel entnommen aus dem Newsletter des Intern. Versöhnungsbundes e.V. - Deutscher Zweig www.versoehnungsbund.de
- Besten Dank für die Zustimmung zur Veröffentlichung


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Atomwaffen Arsenale weltweit

Die atomare Welt

Im Besitz der neun Atomwaffenstaaten (USA, Russland, China, Gro?britannien, Frankreich, Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea) befinden sich ?ber 23.000 Atomwaffen. Das ist zwar weniger als die H?lfte der Atomwaffenzahl auf dem H?hepunkt des Kalten Krieges, bedeutet aber immer noch einen Overkill f?r die Welt, d.h. die Atomm?chte waren und sind durch ihre Unmengen von Atomwaffen in der Lage die Welt mehrfach zu zerst?ren. Die heutige Overkill -Kapazit?t entspricht in etwa dem 2.500fachen der im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Zerst?rungskraft. 96% der Atomwaffen geh?ren den USA und Russland. Mehr als 8.000 sind sofort einsatzf?hig. Davon sind 1.500 in st?ndiger H?chstalarmbereitschaft (Launch-OnWarning) und erreichen ihr Ziel in Minuten. Alle anderen befinden sich in Reserve, im Lager oder sind f?r die Abr?stung vorgesehen.
20 von den st?ndig einsatzbereiten Waffen sind in der Eifel auf dem Fliegerhorst B?chel stationiert.
Mehr Infos dazu gibt es hier: www.atomwaffenfrei.de/aktiv-werden/buechel.html
und www.flickr.com/photos/atomwaffenfrei-jetzt/page7

Die goldenen Nasen deutscher Rüstungsexporteure

Viele Menschen fliehen vor Krieg, Bürgerkrieg und Waffengewalt. Für andere ist Krieg hingegen ein ...

Kunstaktion der Rüstungsexportkampagne

Viele Menschen fliehen vor Krieg, Bürgerkrieg und Waffengewalt. Für andere ist Krieg hingegen ein Geschäft. Ein sehr lukratives Geschäft, an dem sie sich auf Kosten von Menschenleben eine goldene Nase verdienen. Aus diesem Grund präsentierte die »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«am 26. Februar 2016 vor dem Reichstag in Berlin die sieben »Goldenen Nasen des deutschen Rüstungsexports«.
Die sieben Skulpturen der öffentlichen Kunstausstellung zeigten die überdimensionalen Nasen von
sieben Managern der deutschen Rüstungs- und Militärfahrzeugindustrie. Sie symbolisieren Unternehmen, die mit Rüstungsexporten auf Kosten von Leid, Not und Tod gute Geschäfte machen. Es waren echte Hingucker und erregten die Aufmerksamkeit von zahlreichen Schaulustigen und neugierigen Schulklassen. Vertreten waren die Nasen von:
- Andreas Heeschen (Heckler & Koch)
- Frank Haun (Krauss-Maffei Wegmann)
- Bernhard Gerwert (Airbus Defence and Space)
- Claus Günther (Diehl Defence)
- Heinrich Hiesinger (ThyssenKrupp)
- Armin Papperger (Rheinmetall)
- Dieter Zetsche (Daimler).
In einer Presseerklärung zur Kunstaktion hieß es: »Eine Goldene Nase können sich die vor dem Reichstag gezeigten Profiteure des Todes nur verdienen, weil die Bundesregierung und die Parlamentsmehrheit sich bisher weigern, unsere Forderung nach einem grundsätzlichen Verbot des Exportes von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern im Grundgesetz Artikel 26 (2) zu verankern. Und das, obwohl sich in einer aktuellen Umfrage 83 Prozent der Bevölkerung für ein solches Verbot aussprechen (TNS Emnid vom 16. Januar 2016)«. Doch die Bundesregierung genehmigte 2015 die Ausfuhr von Kriegswaffen und Rüstungsgütern im Wert von knapp 13 Milliarden Euro – ein neuer Höchstwert.
Moralische Bedenken? Fehlanzeige!
Die sieben »Goldenen Nasen des deutschen Rüstungsexports und 40 weitere Firmen im Bundesver -
band der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) machen im Schnitt 44 Prozent ihrer Umsätze mit dem Export von Rüstungsgütern. Dazu zählt alles, was für Abwehr und Angriff notwendig ist – von Fallschirm, Feldbett und Fernrohr bis Handgranate, Haubitze und Helikopter. Bei den Herstellern von reinem Kriegsgerät schätzt der BDSV die Exportquote sogar auf bis zu 85 Prozent. »Exporte gehen vor allem in Länder, die sich aufgrund ihres wachsenden Wohlstandes zu Schwellenländern mit einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis entwickeln«, zitierte das Handelsblatt im Jahr 2013 den damaligen langjährigen BDSV-Geschäftsführer Christian-Peter Prinz zu Waldeck. Damit meinte er Schwellenländer wie Brasilien, Indien und den arabischen Raum. »Solange es Konflikte auf der Welt gibt, gibt esWaffen. Mit deren Einsatz muss man sehr verantwortungsvoll umgehen«, sagte Waldeck.
Ohne Rüstung Leben dagegen vertritt die Auffasung, dass deutsche Rüstungsexporte unverantwortlich sind. Sie gießen Öl ins Feuer bestehender Konflikte und tragen dazu bei, den weltweiten Rüstungswettlauf weiter anzuheizen. Und damit schaffen sie keine menschliche Sicherheit.
Paul Russmann
aus ORL Info 156, Foto: Christine Hoffmann/Pax Christi
Eine Postkartenaktion und mehr Infos gibt es bei Ohne-Rüstung-Leben: www.paxchristi.de/artikel/view/5893280755613696/Deutschlands goldene Nasen

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Kein Werben fürs Töten und Sterben!

Gegen die Werbekampagne der Bundeswehr protestieren....Berliner

10 Millionen € lässt sich die Bundeswehr die derzeitige Werbekampagne kosten. Mit großflächigen Plakaten in der gesamten Republik (hier ein Plakat in Kirchberg im Hunsrück) wirbt die Bundeswehr mit Sprüchen von Gestern: „Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst."
Zwar hatten sich die Urheber der umstrittenen Bundeswehr-Kampagne zahlreiche Webseiten, die einen möglichen Kampagnenbezug haben könnten, vorsichtshalber registrieren lassen (zum Beispiel machwaszählt.de) – aber eben nicht alle. Das Berliner „Peng-Kollektiv“, ein Netzwerk von AktionskünstlerInnen und AktivistInnen, hat eine Homepage gefunden, die noch frei war: www.machwaszaehlt.de. Reinschauen lohnt sich.

Keine Atomwaffen in Deutschland

Die Evangelische Jugend im Rheinland (EjiR) fordert von der Bundesregierung, dem Parlament sowie ...

Ev. Jugend im Rheinland fordert Abschaffung aller Atomwaffen

Die Evangelische Jugend im Rheinland (EjiR) fordert von der Bundesregierung, dem Parlament sowie der Kanzlerin und dem Bundespräsidenten, die Aufrüstung der Atomwaffen, die durch das Modernisierungsprogramm der USA durchgeführt werden soll auf deutschem Boden in Büchel zu verhindern und sich für die Abschaffung der vorhandenen Atombomben einzusetzen.
Das Vorhaben der USA auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel bis zu 20 neue Atombom-ben vom Typ B 61-12 bis Ende diesen Jahres zu stationieren, verstößt gegen Artikel 1 und 2 des Vertrages über die Nichtverbreitung von Atomwaffen. Obwohl Deutschland dem Atom-waffensperrvertrag beigetreten ist, sollen deutsche Piloten im Kriegsfall im Rahmen der Nato-Strategie der so genannten „Nuklearen Teilhabe“ Angriffe mit den US-Bomben fliegen. Schon diese Strategie verstößt gegen den Atomwaffensperrvertrag und das Grundgesetz Deutschlands.
2009 hat die Bundesregierung (CDU/CSU/FDP) den Abzug der Atomwaffen aus Büchel im Koalitionsvertrag als Ziel vereinbart. Im März 2010 hat der Bundestag mit breiter Mehrheit beschlossen, die Bundesregierung solle sich „gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einsetzen.“
Die Bereitstellung der finanziellen Mittel zur Schaffung der Infrastruktur für das neue Atomwaffensystem B61-12 durch die Bundesregierung macht den Widerspruch zu den ge-fassten Beschlüssen von Parlament und Regierung deutlich.
Diese sog. Modernisierung bedeutet eine atomare Aufrüstung und zieht weitere Aufrüstungen anderer Atommächte nach sich.
Nach der Verfassung des vereinten Deutschlands sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, verfassungswidrig und strafbar.
Auch die Landessynode der EKiR hat am 15.1.2010 mit dem Beschluss 55 die Bundesregie-rung aufgefordert, sich für den Abzug der US-amerikanischen Atombomben aus Deutschland einzusetzen, um damit ein deutliches Signal auf den Weg zu einer atomwaffenfreien Welt zu setzen.
Wir, die EjiR, vertreten die friedensethische Position, dass die Herstellung, Bereitstellung und Drohung und Einsatzplanung mit atomaren Waffen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt und mit unserem Glauben nicht vereinbar ist.

Forderungen nach Abschaffung der Atomwaffen dürfen nicht nachlassen

In einer Erklärung des Moderamens des Reformierten Bundes zum 70. Jahrestag der US-amerikanischen ...

Reformierter Bund und EKD fordern Abzug der Atomwaffen aus Deutschland

In einer Erklärung des Moderamens des Reformierten Bundes zum 70. Jahrestag der US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 201 fordert das Moderamen des Reformierten Bundes die Bundesregierung auf, »sich für den vollständigen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland stark zu machen«.
Ebenso fordert der Rats Vorsitzende der EKD Pfr. Bedford-Strohm den Abzug der Atomwaffen aus Büchel. Der EKD-Ratsvorsitzende kritisierte, dass 25 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges der mögliche Ersteinsatz von Atomwaffen weiterhin Teil der Nato-Strategie sei. "Die Politik sollte auch in Deutschland auf weitere wirksame Schritte zur Vernichtung von Atomwaffen drängen", sagte der Theologe, der zugleich bayerischer Landesbischof ist. "Dass in Deutschland nach wie vor Atomwaffen lagern, weiß kaum noch jemand." Einseitige Vorleistungen zur Abrüstung seien sinnvoll.
Auch der Friedensbeauftragte der EKD Pfr. Renke Brahms fordert mich Nachdruck: „Es muss endlich Schluss damit sein, dass Atomwaffen weiterhin fester Bestandteil der Militärstrategie von Staaten oder Militärbündnissen ist.“ Hier vermisst der EKD-Friedensbeauftragte auch klare politische Schritte der deutschen Bundesregierung. „Es gibt einen Beschluss des Deutschen Bundestages, der die Regierung auffordert, alles zu tun, um einen Abzug der letzten noch verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland zu erreichen. Doch seitdem ist kaum etwas geschehen. Auch in Büchel, wo noch die letzten US Atomwaffen auf deutschem Boden liegen, steht deren Modernisierung an“, kritisiert Renke Brahms.
Der EKD-Friedensbeauftragte dankte darum ausdrücklich all den Menschen, die sich seit Jahren für einen Abzug dieser Waffen aus Deutschland und deren weltweite Ächtung einsetzen. „Es ist gut, dass es immer wieder Menschen gibt, die nicht nachlassen, hier Druck auf die politisch Verantwortlichen auszuüben, damit es zu einer wirklichen atomaren Abrüstung kommt“, unterstreicht Renke Brahms und betont: „70 Jahre nach Hiroshima ist es höchste Zeit, dass diese schrecklichen Waffen endlich geächtet werden.“

Hier gibt es mehr Infos in einem YouTube Video, aufgenommen von Tobert Mattern bei der Mahnwache zur Hiroshima am 5.8. in Simmern/Hunsrück: www.youtube.com/watch?v=_Twi6y4KuJc

USu 3.8.15

Hunsrücker Friedensbewegung erinnert an Hiroshima

Am 6. und am 9. August jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 70. Mal. ...

Mahnwachen und Friedensgebete der FI gegen die Atomwaffen in Kastellaun und Simmern

Am 6. und am 9. August jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 70. Mal. Die Friedensinitiative Rhein-Hunsrück gedenkt an diese Ereignisse mit Friedensgebeten und Mahnwachen in Kastellaun und Simmern. „Die Bomben von Hiroshima und Nagasaki dürfen nicht unvergessen bleiben, sie sich bleibende Mahnung und Auftrag, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen“, so Heidrun Kisters (Kirchberg), die Vorsitzende des Vereins für friedenspolitische und demokratische Bildung.
Mehr Infos gibt es hier: www.hiroshima-nagasaki.info

Die Mahnwachen der Hunsrücker Friedensbewegung sind Teil der bundesweiten Aktion „Nacht der 70.000 Kerzen“, bei der am Vorabend des Gedenktages in zahlreichen Städten in Deutschland, aber auch weltweit Menschen an die Opfer der Atombombenabwürfe vor 70 Jahren in Hiroshima und Nagasaki erinnern wollen.

Ebenso beteiligt sich die FI Rhein-Hunsrück an der bundesweiten Plakataktion als ein sichtbares Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt. Überall in Deutschland sollen 150 Großplakate in 60 Städten aufgehängt werden. Im Hunsrück wird dies in Gödenroth und Kirchberg geschehen. „Mit dieser Plakataktion wollen wir der Opfer gedenken und die Bundesregierung dazu auffordern, sich aktiv für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen“, betont Heidrun Kisters.

Zwischen Protest und Friedendienst

In den 1980er Jahren mobilisierte die Angst von einem Atomkrieg viele Menschen, heute übt
die ...

Entwicklungen und Herausforderungen der christlichen Friedensarbeit

In den 1980er Jahren mobilisierte die Angst von einem Atomkrieg viele Menschen, heute übt
die Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" mit neuen Aktionsformen
Druck auf die Bundesregierung aus.
Vor 30 Jahren waren sich Kirchen und Basisgruppen einig, dass "Nie wieder Krieg" für die
Bundeswehr bedeutet, dass sie nur zur Verteidigung im Land eingesetzt wird. Heute gibt es
einen Streit, wie die Kirche sich zu Auslandseinsätzen oder zu Waffenlieferungen in den
Nordirak positionieren soll.
Neben diesen friedensethischen und friedenspolitischen Auseinandersetzungen gibt es eine
Kontinuität bei dem freiwilligen Friedensdienst oder der Erinnerungsarbeit. Neu hinzugekommen
ist aber eine Professionalisierung im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung.
Der Vortrag skizziert Entwicklungen in den letzten 30 Jahren und beschreibt, wo Kirchen und
christliche Friedensinitiativen heute stehen und welche Aufgaben vor ihnen liegen.
Info und Gesprächsabend mit Jan Gildemeister, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), Bonn
Veranstalter: Ev. Erwachsenenbildungwerk Rheinland-Süd e. V. in Kooperation mit
dem Haus für Regionale Geschichte Kastellaun
Termin: 21.05.2015, 19.00 Uhr
Ort: Haus der Regionalen Geschichte, Unterburg, 56288 Kastellaun

Atombombe – made in Germany

70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges und 70 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und ...

Ostermarsch in Büchel - Ostermontag, den 6. April 2015 - 14:00 Uhr

70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges und 70 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki ist die Zeit reif, an die Entstehung dieser menschenverachtenden Waffen zu erinnern.
Bereits in den dreißiger Jahren experimentierten die deutschen Wissenschaftler Hahn, Heisenberg, Bothe und andere mit spaltbarem Material und stellten dessen enorme Sprengkraft fest.
Das war für Hitler und seine Militärs der Auslöser, nach der „Wunderwaffe“ zu streben, die sie auf verschiedenen Wegen entwickeln ließen. Am Ende des Krieges waren sie kurz vorm Ziel und hatten bereits drei kleine Testversuche gezündet.
Der in die USA emigrierte Nobelpreisträger Albert Einstein schrieb im Jahr 1939 einen Brief an Präsident Roosevelt, in dem er den Bau einer eigenen US-Atombombe anregte. Später bekämpfte er allerdings deren Weiterentwicklung. Darauf erhielt Robert Oppenheimer, ein Schüler von Heisenberg und Bothe, den Auftrag, im sogenannten Manhattan-Project eine US- Atombombe zu entwickeln.
Die erste Bombe explodierte 1945 in der Nähe von Los Alamos in New Mexiko, die zweite über Hiroshima und die dritte über Nagasaki.
Die Verstrickung deutscher Wissenschaftler in die Entstehung dieser alles zerstörenden Bomben und die damit verbundene Verantwortung sollte für Deutschland eine zwingende Verpflichtung sein, sich für die weltweite Abrüstung und die Vernichtung dieser Waffen einzusetzen.
Im Hinblick auf die nächste Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags im Mai 2015
fordern wir deshalb von der Bundesregierung :

Beendigung der Nuklearen Teilhabe in der NATO !
Beteiligung an einem Atomwaffenverbotsvertrag !

Ostermontag, den 6. April 2015

Beginn : 14:00 Uhr im Gewerbegebiet Büchel
Kundgebung: 15:00 Uhr in der Nähe des Haupttores am Fliegerhorst Büchel mit
Dirk Seifert ( AKAtomBUND ), Dr.Hildegard Slabik-Münter ( IPPNW ),
Rainer Braun ( IALANA ), Angie & Uschi, Blue Flower und Lee Bach-Bayram

Veranstalter: Internationaler Versöhnungsbund , Regionalgruppe Cochem-Zell
c/o Dr.Elke Koller 56759 Leienkaul Tel: 02653-3220

Unterstützer: AG-Frieden Trier, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen,
Bündnis90/Die Grünen Rheinland-Pfalz und KV Trier, CattenomNonMerci,
DFG-VK Köln, DFG-VK Rheinland-Pfalz, Friedensgruppe Daun,
Friedensinitiative Hunsrück, GAAA, Die Linke Rheinland-Pfalz und KV Cochem-Zell,
Motorradfahrer/innen ohne Grenzen, Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar,
Pax Christi Bistum Trier, SOFA Münster

Aufruf zum Ostermarsch zum Download

„Die Spirale der Gewalt beenden – F?r eine neue Entspannungspolitik!“

Ukraine-Konflikt 2015: Krieg verhindern durch Entspannungspolitik!
W?hrend die Menschen in den ...

Aktuelle und historische Gr?nde f?r die Unterschriftensammlung unter den Berliner Appell

Ukraine-Konflikt 2015: Krieg verhindern durch Entspannungspolitik!
W?hrend die Menschen in den Konfliktgebieten der Ukraine unter dem Blutvergie?en durch eskalierende milit?rische Gewalt seit Anfang des Jahres immer mehr litten, propagierten Interessengruppen in den USA und einigen EU-L?ndern Kampagnen f?r westliche Waffenlieferungen und Milit?rausbilder in die vom B?rgerkrieg, Korruption und ?konomischem Niedergang zerr?ttete Ukraine.
Ihre Begr?ndung: die - auch aus unserer Sicht v?lkerrechtswidrige - „milit?rische Intervention Moskaus“ in der Ost-Ukraine. Aber sollten sie sich politisch durchsetzen, droht nicht nur mehr Leid und Tod f?r die Menschen in den Konfliktgebieten, sondern schlimmstenfalls die weitere Eskalation des Ukraine-Konfliktes bis zu einen nicht mehr begrenzbaren Krieg in Europa unter Beteiligung
der beiden atomaren Superm?chte USA und Russland.
In der Situation war die deutsch-franz?sische Initiative f?r das Minsker Abkommen vom 12.02.2015 ein wichtiger Schritt zum Anhalten der Gewaltspirale!
Herbst 1969 – 1989 das Verm?chtnis von Willy Brandts Entspannungspolitik Angesichts dieser akuten Gefahren diskutierten wir mit einer Reihe von Kollegen wie Wolfgang Biermann, Peter Brandt und Wolfgang Wiemer ?ber Lehren aus der deutschen Entspannungspolitik f?r die heutige Situation. Denn der von Bundeskanzler Willy Brandt und seinen Nachfolgern verfolgten Politik der
Zusammenarbeit haben wir zu verdanken, dass die Konfrontation zwischen Ost und West, mit einst tausenden von Atomwaffen und hunderttausenden Soldaten allein auf deutschem Boden, vermieden und der Kalte Krieg beendet wurde. Deshalb erinnern wir daran: Im Oktober 1969 bekr?ftigte Willy Brandt in seiner Regierungserkl?rung die Entschlossenheit, „ an einer europ?ischen Friedensordnung mitzuarbeiten“ und die „Bereitschaft zu verbindlichen Abkommen ?ber den gegenseitigen Verzicht auf Anwendung und Androhung von Gewalt auch gegen?ber der DDR“.
Damit leitete die Regierung Brandt/Scheel – nur ein Jahr nach der Moskauer Milit?rintervention in der CSSR im August 1968 – die Wende der deutschen Au?enpolitik zur Entspannungspolitik ein. Sie begann in Moskau und nahm anschlie?end die Auss?hnung mit Polen und der damaligen Tschechoslowakei in den Blick, um durch Verst?ndigung miteinander gegenseitiges Misstrauen und
Unsicherheit abzubauen und Vertrauen und Sicherheit mithilfe verbindlicher Vertr?ge und Vereinbarungen aufzubauen.
Im Herbst 1971 verlieh das Nobelkomitee den Friedensnobelpreis an Willy Brandt mit der Begr?ndung, dass er „als Chef der westdeutschen Regierung und im Namen des deutschen Volkes die Hand zu einer Vers?hnungspolitik zwischen alten Feindl?ndern ausgestreckt“ hatte. Damals waren die Erfolge der Entspannungspolitik noch l?ngst nicht absehbar. Aber danach wurde sie von allen L?ndern Europas und Nordamerikas unterst?tzt und trug schlie?lich zurVerabschiedung der 1975 in Helsinki unterzeichneten Schlussakte der Konferenz f?r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) bei.
Damit hatte die 1969 begonnene Entspannungspolitik die politischen und v?lkerrechtlichen Voraussetzungen daf?r geschaffen, dass bereits 20 Jahre sp?ter die Menschen friedlich den Fall der Mauer durchsetzen und die Vereinigung Deutschlands und Europas einleiten konnten. Das Ergebnis der Entspannungspolitik besiegelten im Dezember 1990 alle Regierungschefs Europas und Nordamerikas mit ihrer Unterschrift unter die „Charta von Paris f?r ein neues Europa“ (OSZEGr?ndung) und den Satz: „Das Zeitalter der Konfrontation und der Teilung Europas ist zu Ende gegangen.“
Mit anderen Worten: Willy Brandts Begr?ndung f?r die Entspannungspolitik bei der Nobelpreis?bergabe in Oslo am 11.12.1971 – „Krieg ist nicht die ultima ratio, sondern die ultima irratio“ – war im Sinne seiner „Realpolitik f?r den Frieden“ Wirklichkeit geworden. Er hatte diesen Satz sehr grunds?tzlich verstanden: Erst recht galt er damals wie heute f?r die Vermeidung der direkten Konfrontation der Atomm?chte USA und Russland! – Oder wie er sp?ter sagte: „Der Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts!“.
Vor diesem Hintergrund unterst?tzen wir mit Nachdruck die Bem?hungen der Bundesregierung um eine diplomatische L?sung und ihren Widerstand gegen Waffenlieferungen in die Ukraine. Wir wissen auch, dass zur Beendigung der Gewaltspirale und f?r eine Politik der guten Nachbarschaft die Bereitschaft zur Zusammenarbeit von und mit allen Konfliktbeteiligten geh?rt.
Dezember 2014 „Wieder Krieg in Europa? – Nicht in unserem Namen“ 25 Jahre nach der Charta von Paris befinden wir uns erneut vor der damals beendeten Konfrontation und Teilung Europas mit dem Risiko, dass die neue Konfrontation mit Russland nicht nur zu neuen Mauern, sondern auch zu einem
Fl?chenbrand f?hren kann, wenn es nicht gelingt, durch Verhandlungen und Verst?ndigung die Eskalation der milit?rischen Gewalt in der Ukraine zu stoppen.
Deshalb ver?ffentlichten im Dezember 2014 rund 60 Pers?nlichkeiten des ?ffentlichen Lebens in Deutschland eine Erkl?rung mit dem Titel „Wieder Krieg in Europa? – Nicht in unserem Namen“ – darunter viele, die in verantwortlicher Position mithalfen, die 1969 begonnene Entspannungspolitik umzusetzen. Die Unterzeichner warnen, dass „der unheilvollen Spirale aus Drohung und
Gegendrohung Einhalt geboten werden“ m?sse, damit nicht Nordamerika, die EU und Russland in einen Krieg treiben. Sie wurden f?r ihre Mahnungen in einigen Medien als „Russlandversteher“ oder „Entspannungsromantiker“ abgetan.
Bis Anfang Februar 2015 haben weitere prominente Pers?nlichkeiten die Erkl?rung unterzeichnet und nun ins Internet mit weiteren Informationen, Presseberichten usw. gestellt: http://www.nichtinunseremnamen.de/aufruf.html
Friedensinitiativen der Politik unterst?tzen!
Ihre Warnungen vor der Gefahr einer Eskalation des Ukraine-Konfliktes in einen europ?ischen Krieg hatten sich als dramatisch real herausgestellt. Deshalb ergriff die Bundeskanzlerin gemeinsam mit dem franz?sischen Pr?sidenten die Friedensinitiative gegen?ber dem russischen und ukrainischen Pr?sidenten, deren Ergebnis das am 12.02.2015 in Minsk von den vier unterzeichneten Abkommen ?ber den Waffenstillstand und Abzug schwerer Waffen als ersten Schritt zu Verhandlungen ?ber eine Friedensl?sung war. Deshalb stellen wir fest: ? In dieser Situation verdient die Bundesregierung volle Unterst?tzung f?r ihre diplomatischen Bem?hungen zum Stopp der Gewalt sowie ihre erneute
Klarstellung, dass es keine milit?rische L?sung der Auseinandersetzung in der Ukraine geben kann und dass Waffenlieferungen nur dazu beitragen k?nnen, den Ukraine-Konflikt zu einem internationalen Krieg zu eskalieren. Alle Versuche, das Minsker Abkommen zu untergraben, m?ssen energisch zur?ck gewiesen werden.
? Wir unterst?tzen alle Anstrengungen, die Spirale der Gewalt zu beenden. Dazu z?hlen die Initiativen des Bundesau?enministers zur St?rkung der OSZE bei der Vermittlung zwischen den Kriegsparteien und ?berwachung des von Deutschland, sowie das erw?hnte Minsker Abkommen ?ber einen Waffenstillstand und Verhandlungen ?ber eine friedliche L?sung des Ukraine-Konfliktes. Die Ukraine muss endlich die Chance erhalten, nicht „Zankapfel“ sondern Br?cke zwischen Ost
und West zu werden!
? Wir begr??en, dass die SPD mit ihrem Beschluss vom 08.02.2015 f?r „eine neue Ost- und Entspannungspolitik“ ein klares Nein zu Waffenlieferungen in die Ukraine formuliert, sich f?r eine Politik der Kooperation mit Russland und der Ukraine, f?r „gesamteurop?ische politische, wirtschaftliche und Sicherheitsstrukturen“ einsetzt sowie einen Kongress „Die Strategie des Friedens – F?r eine neue Ost- und Entspannungspolitik“ plant. Wir erwarten von der SPD auch die Beteiligung der Zivilgesellschaft an dieser Konferenz.
? Wir hoffen, dass weitere politische und gesellschaftliche Gruppen wie auch die Konferenzen der Friedensbewegung – z.B. ihre Strategiekonferenz am 28.02.2015 in Hannover – sich f?r eine neue Entspannungspolitik einsetzen und dazu beitragen, dass die Ukraine die Chance und Unterst?tzung erh?lt, sich friedlich vom „Zankapfel“ zur Br?cke zwischen Ost und West zu entwickeln.
Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft f?r Friedenspolitik mobilisieren!
Angesichts der Ukraine-Krise, Konfrontation und Kriegsgefahr ist die Zivilgesellschaft mehr denn je gefordert! Deshalb unterst?tzen wir die Initiative „Wieder Krieg in Europa? – Nicht in unserem Namen“ mit unserer Unterschrift unter den Berliner Appell Die Spirale der Gewalt beenden – F?r eine neue Friedens- und Entspannungspolitik !
In diesem Sinne bitten wir Euch, beiliegenden Berliner Appell zu unterzeichnen
und weitere Unterst?tzer zu gewinnen.
Mit solidarischen Gr??en
Andreas Buro, Ulr?ch Frey, Gabriele Witt, Burkhard Zimmermann
R?ckmeldungen bitte an: burkhard.z@t-online.de
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Die Spirale der Gewalt beenden – Für eine neue Friedens- und Entspannungspolitik!

Das in Minsk am 12. Februar 2015 von Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine ...

Der Berliner Appell vom 18.02.2015

Das in Minsk am 12. Februar 2015 von Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine ausgehandelte Abkommen über Waffenstillstand und Abzug der schweren Waffen bietet den Menschen in der Ukraine Hoffnung auf ein Ende des Blutvergießens und auf Friedensverhandlungen. Aber der Waffenstillstand kann weiterhin durch Provokationen, Waffenlieferungen und Kriegstreiber vor Ort sabotiert werden, so dass den Menschen dort und in Europa das Risiko der erneuten Eskalation und Ausweitung des Krieges droht.
Gegen diese Gefahren sollten sich alle Europäer in Ost und West wenden: Angesichts der Ukraine-Krise, Konfrontation und Kriegsgefahr ist die Zivilgesellschaft mehr denn je gefordert!
Ø? Deshalb setzen wir uns für eine breite Mobilisierung der Zivilgesellschaft in Deutschland und unseren Nachbarländern ein: gegen weitere Konfrontation, gegen Waffenexporte und Kriegsgefahr! Die Ukraine muss endlich die Chance haben, nicht Zankapfel, sondern Brücke zwischen Ost und West zu werden!
Ø? Wir beteiligen uns an Unterschriften-Aktionen, Veranstaltungen, Demonstrationen und Ostermärsche für eine neue Friedens- und Entspannungspolitik. Das Jahr 2015 gibt Anlässe genug: 40 Jahre KSZE, 50 Jahre Denkschrift der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) zur Anerkennung der Westgrenze Polens und der 70. Jahrestag der Befreiung Europas vom Faschismus!
Ø? Wir fordern Politiker, Medien und gesellschaftliche Organisationen in Deutschland und anderen Ländern zum Dialog mit Persönlichkeiten und Gruppen der Zivilgesellschaft auf, die sich für beiderseitige Deeskalation und Lösung des Ukraine-Konflikts sowie für gesamteuropäische Sicherheit und Zusammenarbeit von Lissabon bis Wladiwostok einsetzen.
Ø? Mit dem Berliner Appell setzen wir uns gemeinsam mit anderen Initiativen wie dem Aufruf von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens „Wieder Krieg in Europa? – Nicht in unserem Namen“, für eine neue Entspannungspolitik und für ein Sicherheitskonzept im Sinne der „Charta von Paris für ein neues Europa“, der Gründungsurkunde der OSZE, ein. Diese Charta wurde – mit dem Einleitungssatz:
„Das Zeitalter der Konfrontation und der Teilung Europas ist zu Ende gegangen“ – im Dezember 1990 von allen Regierungschefs Europas und Nordamerikas unterzeichnet!
Bitte unterstützt den Berliner Appell!
Berliner Apell mit Unterschriftenliste zum Download:

Jordanien ein Pulverfass?

Der langjährige Friedensreferent des deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes, ...

26.11.14: Infoabend zur Situation in Jordanien mit Clemens Ronnefeldt

Der langjährige Friedensreferent des deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes, Clemens Ronnefeldt, kehrte Anfang November 2014 nach einer zweiwöchigen Jordanienreise und Begegnungen mit Flüchtlingen, Vertreterinnen und Vertretern von Hilfsorganisationen, des Parlamentes, des muslimisch-christlichen Dialoges, von Schulen und Universitäten, Medien und der Menschenrechtsarbeit nach Deutschland zurück.
"Rund die Hälfte der rund sieben Millionen Menschen in Jordanien sind palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen, dazu kamen seit dem Irak-Krieg 2003 mehr als eine halbe Million sowie seit 2011 aus Syrien mehr als eine Million Flüchtlinge. Viele Gesprächspartner betonten einerseits die relative Stabilität des Landes in einer regionalen Umgebung größter Gewalt - und verwiesen gleichzeitig darauf, dass Jordanien einem Pulverfass gleicht", so Clemens Ronnefeldt.
Im Anschluss an seinen Vortrag mit Bildern und kurzen Video-Clips steht Clemens Ronnefeldt für Rückfragen zur Verfügung.
Das Bild zeigtBruder Andrew de Carpentier, Direktor der Gehörlosenschule
in Salt, mit Clemens Ronnefeldt


Mit Kreuzen gegen Atomraketen

Der NATO-Doppelbeschluss 1979 und die geplante Stationierung von 96 Cruise Missiles in der Nähe ...

Ausstellung im Haus der regionalen Geschichte in Kastellaun informiert über die Rolle der Christen im Widerstand gegen die Atomraketen in den 80er Jahren im Hunsrück

Der NATO-Doppelbeschluss 1979 und die geplante Stationierung von 96 Cruise Missiles in der Nähe von Hasselbach und Bell mobilisierten in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts den Widerstand vieler Menschen im Hunsrück. Dieser Protest war stark christlich geprägt.
Davon zeugen die Friedensgebete, die 96 Kreuze an der Hunsrückhöhenstraße, das Kreuz am Haupttor des Stationierungsgeländes, mit den regelmäßigen Gottesdiensten, die Konvente und Mahnwachen der „Ordensleute für den Frieden", die Weltgebetstage der Frauen an der Pydna, die zahlreichen weltweiten ökumenischen Kontakte, die Arbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Bell, die Diskussionen im Evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach, mit dem „Friedensweg Hunsrücker Christen", sowie des Engagement vieler Christen aus den einzelnen Kirchengemeinden des Hunsrücks, Evangelische wie Katholiken.
Eine Sonderausstellung „Mit Kreuzen gegen Atomraketen“, die bis Sommer 2015 im „Haus der regionalen Geschichte“ auf der Burg in Kastellaun zu sehen ist, will auf diesen vielfältigen christlichen Widerstand im Hunsrück hinweisen, an die damaligen Ereignisse erinnern und diesen Teil des Protestes gegen die Nachrüstung im Hunsrück aufzeigen. In der Ausstellung sind zahlreiche Dokumente und Fotos aus diesen Jahren im Hunsrück zu sehen.
Hier finden Sie die Begleitbroschüre zur Ausstellung zum Download

Es ist geschafft: Raketenkuh erstrahlt im neuen Glanz

Die Beller Raketenkuh war in die Jahre gekommen. Im Rahmen der IGS Kastellaun - Projektwoche ...

Die letzten Malarbeiten an der Kuhscheune sind abgesclossen

Die Beller Raketenkuh war in die Jahre gekommen. Im Rahmen der IGS Kastellaun - Projektwoche ’Zeitreise’ n?herten sich 13 Sch?lerInnen unter der Leitung von Nicola Schnier dem Thema Friedensbewegung auf dem Hunsr?ck und der urspr?nglichen Farbgebung an.
Mittlerweile sind auch die Motive auf den beiden anderen Seiten wieder sichtbar.

Sch?ne Impressionen von der ersten Etappe der Malaktion:
www.youtube.com/watch?v=_Twi6y4KuJc und
weitere Infos auf Facebookwww.facebook.com/pages/FI-Rhein-Hunsr?ck/532479590136306?fref=nf
und in der Rhein-Hunsr?ckzeitung
www.rhein-zeitung.de/region/lokales/hunsrueck_artikel,-Frische-Farbe-fuer-die-Beller-Raketenkuh-_arid,1181707.html#.U9YaPbGF_VV

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Unter der künstlerischen Leitung der Kunstlehrerin Nicola Schnier (hier im Bild mit ihrer Tochter Svenja) wurden die ursprünglichen Motive, die fast vollständig verblasst waren, auf der Straßen- und Rückseite wieder hergestellt.

Ohne die künstlerische Umsetzung von Nicola Schnier wäre das nicht gelungen!

Herzlichen Dank allen Beteiligten!

Vielen Dank allen Helferinnen und Helfern, allen Spenderinnen und Spendern.
Vielen Dank den ...

Vielen Dank allen Helferinnen und Helfern, allen Spenderinnen und Spendern.
Vielen Dank den Schülerinnen und Schülern der IGS Kastellaun und Nicola Schnier.
Vielen Dank den Sponsoren und Zuschussgebern:
Kirchenkreis Simmern-Trarbach,
Verbandsgemeinde Kastellaun,
Firma "berg im bahnhof", Kastellaun,
Andarta-Stiftung, Gammelshausen,
Ortsgemeinde Bell,
Kreissparkasse Rhein-Hunsrück.
Vielen Dank vor allem Christoph und Lore Kneip, Bell.

Projekt „Rettet die Raketenkuh“

Ausgangslage
Wir erinnern uns. Es war vor dreißig Jahren: Dezember 1982. Durch einen Bericht im ...

So fing es an

Ausgangslage
Wir erinnern uns. Es war vor dreißig Jahren: Dezember 1982. Durch einen Bericht im Magazin „stern“ wird der Hunsrück als möglicher Stationierungsort der Mittelstreckenraketen bekannt. Die Friedensinitiative Rhein-Hunsrück formiert sich. Zu einer ersten Spontandemo kommen 120 Menschen. Offizielle Informationen über die Stationierung unterbleiben lange. Die FI recherchiert nähere Einzelheiten und informiert die Bevölkerung.
Von nah und fern kamen protestierende Menschen, die ihren Unmut durch vielerlei Zeichen verdeutlichten.
Weit über die Grenzen des Hunsrücks bekannt geworden, entstand als ein besonderes Wahrzeichen die Gestaltung der Scheune der Familie Kneip bei Bell. Einer Düsseldorfer Künstlergruppe gelang es vor nun mehr als 25 Jahren noch vor der Großdemo auf dem Beller Markt, den geballten Zorn über die Stationierung mit der sogenannten „Raketenkuh“ auch künstlerisch, farbenfroh und einprägsam zu vermitteln. Bis heute gilt dieses Objekt als Denk- und Mahnmal zum Stationierungsort Hasselbach und damit zum Thema „Kalter Krieg“.
Bereits 1997 hat eine Jugendgruppe des Kirchenkreises Simmern-Trabach für eine Auffrischung der Farben gesorgt und sich gleichzeitig intensiv mit dem Ursprung dieses Mahnmals beschäftigt. Das wurde in einem kleinen Filmbeitrag dokumentiert.
Doch weitere 15 Jahre sind nicht spurlos an den Malereien vorbeigegangen. Sie verblassen und seine Geschichte droht dabei in Vergessenheit zu geraten. Das abzuwenden, ist das Bemühen der FI Hunsrück.
Projektidee
Die Scheune soll an ihrer markanten Stelle weiterhin ein Mahnmal des Kalten Krieges und der atomaren Aufrüstung im Hunsrück bleiben. Das war auch das einstimmige Votum der an der Jahreshauptversammlung der FI im Juli 2012 teilnehmenden Mitglieder mit dem Auftrag, eine mögliche Realisierung auszuarbeiten. Ganz besonders auch im Hinblick auf die Tatsache, dass nach Ende des Kalten Krieges heute noch in Büchel Atomwaffen lagern, mit denen deutsche Piloten sogar den Einsatz üben.
Um die Scheune als Mahnmal „Kalter Krieg“ weiterhin zu erhalten, sind Renovierungsarbeiten an Mauerwerk und Scheunentore erforderlich.
Das kostet Geld, darum rufen wir zu Spenden für dieses Projekt auf.
Spenden an den Verein sind steuerlich absetzbar: Kto 1013591 - Volksbank Hunsrück - BLZ 560 614 72
Stichwort: Raketenkuh

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Liebe Friedensfreunde, liebe Kasseler Bürgerinnen und Bürger!

Wir stehen heute hier in ...

Werner Ruf über die israelische Kriegführung in Gaza*

Liebe Friedensfreunde, liebe Kasseler Bürgerinnen und Bürger!

Wir stehen heute hier in Solidarität mit den über 7.000 israelischen Demonstrantinnen und Demonstranten, die vergangene Woche auf dem Rabin-Platz in Israels Hauptstad Tel Aviv gegen den mörderischen Krieg in Gaza demonstriert haben. Sie sind dort aufgestanden gegen ihre Regierung, gegen die israelische Armee, gegen Gewalt und Mord, wie sie Begleiterscheinung eines jeden Krieges sind. Trotz brutaler Angriffe von national-religiösen Extremisten und Faschisten haben sie demonstriert gegen Hass und gegen den Bruch des humanitären Völkerrechts in diesem fürchterlichen Morden, das die Bevölkerung des Gazastreifens seit fast vier Wochen trifft. Mit diesen mutigen Menschen in Israel solidarisieren wir uns!

Ja, das humanitäre Völkerrecht wird von beiden Seiten verletzt, sieht es doch vor, dass Zivilisten, unschuldige Menschen, vor allem Frauen und Kinder von Kampfhandlungen verschont bleiben sollten. Da ist zunächst festzustellen, dass die Geschosse aus dem Gaza-Streifen – meist Raketen genannt – so ungenau sind, dass sie auch unbewaffnete und unbeteiligte Zivilisten treffen können. Die In-Kauf-Nahme ziviler Opfer ist zweifellos eine Verletzung des humanitären Völkerrechts. Diesen Geschossen gegenüber steht eine Armee, die in den gängigen militärischen Handbüchern als die viert- oder fünftstärkste Armee der Welt genannt wird. Diese Armee verfügt über die militärtechnisch perfektesten Mittel zur Kriegführung und damit auch zur Zielerkennung. Und dessen rühmt sich diese Armee, die sich selbst „die moralischste Armee der Welt“ nennt.

Zum Kriegsvölkerrecht gehört neben dem absoluten Schutz der Zivilbevölkerung auch das Prinzip der Verhältnismäßigkeit: Die Zahl der in Gaza getöteten Zivilisten erreicht inzwischen fast die Zahl von 2.000 Menschen – von den vielen Tausenden unsäglich Verwundeten, lebenslänglich Verstümmelten, meist sind es Kinder, ganz abgesehen. Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit?

Und wo bleiben die Grundsätze, denen zufolge nur Bewaffnete Ziel militärischer Aktionen sein dürfen?

Israel hat gezielt spielende Kinder am Strand mit Raketen zerfetzt. Israel bombardiert Krankenhäuser, Wohnhäuser, Moscheen, Schulen – stets unter der Behauptung, die im Gaza-Streifen regierende Hamas benutze die Bewohner, die Krankenhäuser, die Schulen, die Moscheen als „menschliche Schutzschilde“. Doch Israel hat bisher keinen Beweis erbracht, dass diese Einrichtungen als Basen für den Abschuss von „Raketen“ genutzt wurden.

Israel hat inzwischen sieben von den Vereinten Nationen betriebene Schulen im Gaza-Streifen bombardiert, in denen 240.000 Flüchtlinge – das ist fast ein Sechstel der in diesem Elendsgebiet lebenden Menschen mit ihren Kindern - Schutz gesucht haben, weil sie glaubten, Israel würde wenigstens diese unter internationaler Hoheit und Leitung stehenden Einrichtungen verschonen. Diese Schulen wurden vom UN-Flüchtlingswerk errichtet. Sie stehen in jenen Flüchtlingslagern, die entstanden, als 1948 Hunderttausende Palästinenser und Palästinenserinnen gewaltsam vertrieben wurden. Diese Schulen hatten, um die Flüchtlinge zu schützen, der israelischen Armee die GPS-Daten ihrer Lage übermittelt, da sie hofften, so Schutz vor den Bombardierungen durch „die moralischste Armee der Welt“ zu erhalten – dennoch wurden sie – nun schon zum siebten Male - bombardiert, mit Raketen und Panzern angegriffen. Man wagt kaum zu denken, dass die übermittelten GPS-Daten für die Zielprogrammierung genutzt worden sein könnten.

Die israelische Regierung und ihre Armee haben bisher nicht einen Beweis erbracht, der ihre Behauptung stützen würde, dass Einrichtungen der Vereinten Nationen, Krankenhäuser, Moscheen genutzt worden wären, um Abschussrampen von Geschossen zu verstecken. Auch muss man sich fragen, ob Zigtausende israelische Soldaten, die vor Ort sind – und täglich werden weitere Zehntausende von Reservisten eingezogen – nicht in der Lage sein müssten, diese Verdachtsmomente vor Ort zu überprüfen, anstatt zielgenau jene Einrichtungen zu beschießen, die nach den Genfer Konventionen unter besonderen Schutz der Kriegsparteien stehen? Israelische Bomben haben das einzige Kraftwerk des “größten Freiluftgefängnisses der Welt“ zerstört, mit der Folge, dass auch für Krankenhäuser kein Strom mehr zur Verfügung steht, dass die Wasserversorgung (und die Abwasserentsorgung), die immer prekär waren, zusammengebrochen sind. Die einzige Abwasser-Entsorgungsanlage ist komplett zerstört. Die beiden Meerwasser-Entsalzungsanlagen: Komplett zerstört. Die beiden Trinkwasser-Reservoirs: Komplett zerstört. Die israelische Armee hat zwei der sieben Krankenhäuser in diesem Elendsstreifen komplett zerstört, drei weitere sind schwer beschädigt. Seuchen drohen auszubrechen. Zu Recht nennt die Hochkommissarin der UN-Menschenrechtskommission, Navy Pillay, das israelische Vorgehen einen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht, der ein Kriegsverbrechen darstellen könne!

Was haben die massenhaften Tötungen und Verstümmelungen von Zivilisten mit der Bekämpfung militärischer Ziele zu tun? Was hat die Zerstörung jeder Art von Infrastruktur, die für das Überleben der Menschen unverzichtbar ist, mit Verteidigung zu tun? Dies ist Krieg gegen die Menschen, ein Verbrechen, das international geächtet ist – doch die Welt schaut zu.

Die USA liefern weiterhin Waffen, Mordwerkzeuge! Genauso unsere Bundesregierung. Schafft das Sicherheit oder schafft das neue Bedrohungen? Diese Bundesregierung, die allenthalben den Schutz der Menschenrechte als oberstes Ziel ihrer Politik benennt und durch den Mund des Bundespräsidenten erklärt, Deutschland müsse „mehr Verantwortung“ tragen, sieht dem Morden tatenlos zu. Die Bundeskanzlerin, die zu Beginn des Krieges erklärt hat, Israel habe das Recht auf Verteidigung, ist seither verstummt. Ich möchte fragen: Sieht so Verteidigung aus? Heißt Verteidigung, dass alle einschlägigen internationalen Konventionen, das Völkerrecht, das Kriegsvölkerrecht, die Genfer Konventionen mit Füßen getreten werden dürfen? Ich möchte dieser Bundesregierung den Satz des ersten Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galilnski, in Erinnerung rufen, der sagte: „Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen.“

Die Doppelbödigkeit deutscher Politik ist unerträglich! Rolf Verleger, Hochschullehrer in Lübeck und vormals Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat dies hervorragend auf den Punkt gebracht.

„Mich beschleicht bei solchen Politiker-Äußerungen ein Verdacht. Die meisten Deutschen waren in der Nazi-Zeit Mitläufer: Sie sahen das Unrecht an den Juden, aber sie taten nichts dagegen ? Könnte es sein, dass diese Mitläufer-Mentalität die eigentliche Konstante in der deutschen Politik ist? Ich meine, ich lebe gerne in Deutschland, auch deswegen, weil heute ein ehrliches allgemeines Bedauern darüber zu spüren ist, was im deutschen Namen den deutschen und europäischen Juden angetan wurde. Aber ist es nicht ziemlich billig, die Schuld bei den eigenen verstorbenen Vorfahren zu belassen und auf Gedenktagen zu zelebrieren und gleichzeitig aktuelles Unrecht zu rechtfertigen? Ist das nicht Mitläufer-Mentalität? ?

Glauben deutsche Politiker wirklich, es sei eine Wiedergutmachung der Ermordung meiner Verwandtschaft, dass nun Israel haltlos und bindungslos alles machen darf, was ihm so gerade einfällt? ? Statt Antisemitismus herbeizureden, sollten unsere Politiker und Medien mit ihrem Mitläufertum bei dem aktuellen Unrecht aufhören.“

Verehrte Anwesende!
Und hier meine ich ausdrücklich auch jene, die hier mit Israel-Fahnen ihre Solidarität mit Israel bekunden und Besorgnis um die Sicherheit des Staates Israel zu ihrem Leitmotiv machen: Müssen wir uns nicht fragen, ob Sicherheit erst dann gewährleistet ist, wenn auch der Andere in Sicherheit lebt? Israel kann Sicherheit finden, wenn die Palästinenser in Sicherheit leben – vor Bombardierungen, vor systematischem Landraub, vor der willkürlichen Verhaftung von palästinensischen Bürgern, vor Administrativhaft, der Verhaftung ohne Anklage, ohne Gerichtverfahren, ohne Verurteilung? Israel kann Sicherheit erlangen, wenn auch die Palästinenserinnen und Palästinenser und ihre Kinder in Sicherheit und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können – sei es in einem eigenen Staat oder als gleichberechtigte Bürger in einem gemeinsamen Staat, ohne Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Religion? Gerade denen, die hier für die Sicherheit Israels demonstrieren, rufe ich zu: Solidarisieren Sie sich mit jenen Israelis, die gegen Krieg, Bomben und Mord – z. T. unter Gefahr für Leib und Leben - demonstrieren! Appellieren gerade Sie an die israelische Regierung, dem Morden Einhalt zu gebieten: So können sie Sicherheit gewinnen – auch und gerade für den Staat Israel und für die gesamte Region: Sicherheit ist nur zu erreichen, wenn Menschen in Würde leben können – nebeneinander und schließlich miteinander!

* Prof. Dr. Werner Ruf, langjähriger Hochschullehrer für Internationale Beziehungen an der Uni Kassel. Die Rede wurde auf einer Kundgebung des Kasseler Friedensforums (Motto: "Stoppt den Krieg in Gaza!") am 4. August 2014 in Kassel gehalten.

Notiz: Hamas-Forderungen
1. Freiheit für den Gazastreifen,
2. keine Militäroperationen, zu Lande, zu Wasser und in der Luft,
3. Abzug der israelischen Armee aus Gaza, damit palästinensische Bauern ihr Land bis an den Grenzzaun zu Israel nutzen können,
4. Freilassung von Palästinensern, die erst im Austausch für den israelischen Soldaten Gilat Shalit freikamen und dann bald wieder verhaftet wurden,
5. die Beendigung der Blockade und Wiedereröffnung der Grenzen in Gaza. Auch muss der Hafen und der internationale Flughafen unter die Kontrolle der UN gestellt werden,
6. Erweiterung der Fischerei-Zone und Internationale Überwachung des Grenzübergangs in Rafah,
7. Zusage einer zehnjährigen Waffenruhe und Schließung des Luftraums in Gaza für israelischen Flugzeuge,
8. Erlaubnis für die Einwohner des Gazastreifens für die Reise nach Jerusalem, um in der Al-Aksa-Moschee zu beten,
9. Und schließlich keine Einmischung in die innerpalästinensische Innenpolitik und Regierungsbildung.
10. und schließlich die Eröffnung von Gazas Industriezone.
US Außenminister Levy hält diese Bedingungen für „eine faire Grundlage“.

OSTERMARSCH 2014 am Ostermontag, den 21. April in BÜCHEL/Südeifel

Beginn: 14.00 Uhr am Gewerbegebiet Büchel
ca. 15.00 Uhr: Kundgebung am Haupttor des ...

Für eine atomwaffenfreie Welt – Für das Ende der Nuklearen Teilhabe Deutschlands – Für den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel/Südeifel

Beginn: 14.00 Uhr am Gewerbegebiet Büchel
ca. 15.00 Uhr: Kundgebung am Haupttor des Atomwaffenlagers
Als Redner werden erwartet:
Alyn Ware, Alternativer Nobelpreisträger 2009
Bernd Hahnfeld, IALANA
Anne Solbach-Freise, Stiftung Zivilcourage

Die vollständige, weltweite Abrüstung von Atombomben ist seit Herbst 2013 auf
der Agenda mehrerer großer Organisationen: Die UN hat eine spezielle Arbeitsgruppe
und den 26.September als Internationalen Tag für eine atomwaffenfreie
Welt eingerichtet.
Das Internationale Rote Kreuz hat einen 4-Jahresplan zur nuklearen Abrüstung entwickelt.
Die Gemeinschaft der Nobelpreisträger hat bei ihrer Jahrestagung noch einmal festgestellt,
dass Atombomben eine existenzielle Verletzung von Menschenrechten darstellen und
ihre Abschaffung eine wichtige Voraussetzung zum Überleben der Menschheit ist.
Dagegen hat die neue Bundesregierung den Abzug der letzten in Deutschland
verbliebenen US-Atomwaffen nicht mehr in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen.
Stattdessen wird die Bündnisverpflichtung innerhalb der NATO
bekräftigt und damit an der nuklearen Abschreckung willentlich festgehalten,
was eine teure „Modernisierung“ der US-Atombomben einschließt und eine
Lebensverlängerung der alten Tornados, so sie denn nicht abstürzen. Mit
dieser fragwürdigen Sicherheitspolitik hat ein neues Wettrüsten begonnen
und die Gefahr eines neuen Kalten Krieges wird heraufbeschworen. Wer nach
dem Warum fragt, muss sich auch die Aktivitäten einiger Großbanken anschauen
wie der Deutschen Bank, der Commerzbank oder der Allianzversicherung,
die alle im Atombombengeschäft kräftig mitmischen.
Haltet sie auf - Stoppt das Bombengeschäft !

Bundeswehr-Tornados fliegen auch nach 2025

Berlin (dpa) - Die Bundeswehr wird auch ?ber das Jahr 2025 hinaus 85 Tornado-Kampfjets
behalten. ...

Berlin (dpa) - Die Bundeswehr wird auch ?ber das Jahr 2025 hinaus 85 Tornado-Kampfjets
behalten. „Ein Datum f?r die Au?erdienststellung ist noch nicht vorgesehen“, sagte ein
Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage.
Ob und wie viele Tornados f?r die Beteiligung Deutschlands an der nuklearen Abschreckung der
Nato vorgehalten werden, wollte der Sprecher unter Hinweis auf die Geheimhaltungspflicht f?r
solche Fragen nicht sagen.
Im Koalitionsvertrag hatten Union und FDP eigentlich vereinbart, dass sie sich in der Nato und
beim B?ndnispartner USA f?r einen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland einsetzen
werden. Auf dem Nato-Gipfel in Chicago im Mai bekr?ftigten die B?ndnispartner allerdings, dass
Nuklearwaffen ein zentraler Bestandteil der Nato-Abschreckung bleiben werden und dass alle
diese Waffen sicher und funktionst?chtig gehalten werden sollen.
?ber die Nuklearwaffen in Deutschland gibt es keine offiziellen Angaben. Nach
Expertensch?tzung befinden sich im Fliegerhorst B?chel in der Eifel 10 bis 20 Sprengk?pfe.
F?r einen m?glichen Einsatz der Nuklearwaffen h?lt die Bundeswehr Tornado-Flieger vor.
Allerdings dienen die Kampfflieger auch anderen Zwecken und wurden beispielsweise schon f?r
Aufkl?rungsfl?ge in Afghanistan eingesetzt. Einen Bericht der „Berliner Zeitung“ ?ber ein 250
Millionen Euro schweres Modernisierungsprogramm f?r die Tornados best?tigte der Sprecher so
nicht. Die Flieger w?rden st?ndig den neuesten Bed?rfnissen angepasst. So seien sie aktuell
f?r den Abwurf von Pr?zisionsmunition ausger?stet worden.

Die Nuklearwaffen der USA in Europa - Doch kein Ende in Sicht?

Otfried Nassauer leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS, ...

Hintergründe zur Modernisierungsvorhaben der USA von Otfried Nassauer

Otfried Nassauer leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS, er beschreibt in seinem Artikel ausführlich die Hintergründe und militärische Überlegungen zur Modernisierung der Atomwaffen. Vermutlich sind davon auch die Atomsprengköpfe und Trägerflugzeuge in Büchel betroffen. Wir veröffentlichen hier einige Abschnitte aus seinem Artikel, der auch als Download beim BITS zur Verfügung steht.
"Die NATO kann sich nicht entscheiden und entscheidet sich doch. Soll sie künftig auf die US-Nuklearwaffen in Europa verzichten? Bei den zwei Gipfeltreffen in Lissabon 2010 und Chicago 2012 konnte kein Konsens erzielt werden. Bleibt es dabei, könnte die Allianz bald neue Nuklearwaffen in Europa stationieren, obwohl das viele gar nicht wollen."( S. 1)
"Die Abzugsdebatte
Öffentlich aufgeworfen wurde diese Frage im Herbst 2009 durch den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP. Die Koalitionspartner versprachen, sich „im Bündnis sowie gegenüber den amerikanischen Verbündeten dafür ein[zu]setzen, dass die in Deutschland verbliebenen Atomwaffen abgezogen werden“.[ 3 ] Der Deutsche Bundestag unterstützte diese Position im März 2010 parteiübergreifend mit überwältigender Mehrheit und forderte die Bundesregierung auf, dieses Ziel „mit Nachdruck“ zu vertreten und sich dafür einzusetzen, „die Rolle der Nuklearwaffen in der NATO-Strategie zurückzuführen“.[ 4 ] Um Kritik anderer NATO-Staaten vorzubeugen, sicherte die
Bundesregierung zu, einen Abzug nicht einseitig oder ohne Konsultationen im Bündnis zu erzwingen. Sie bat gemeinsam mit Belgien, Luxemburg, Norwegen und den Niederlanden NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, das Thema im Kontext der Diskussion über eine neue NATO-Strategie und die Vision einer nuklearwaffenfreien Welt im April 2010 auf die Tagesordnung des NATOAußenministertreffens
in Tallin zu setzen: „Wir glauben, dass wir auch in der NATO diskutieren sollten, was wir tun können, um uns diesem übergeordneten politischen Ziel anzunähern.“[ 5 ] (s.2)
Die USA und die Nato
"In der innenpolitischen Debatte der USA wird die Unfähigkeit der NATO, sich derzeit im Konsens auf einen Abzug der in Europa stationierten Nuklearwaffen zu einigen, zu einer Verpflichtung Washingtons umgedeutet, diese weiterhin zu stationieren und folglich zu modernisieren. Daraus entwickelte sich ein
wesentliches Argument für ein nationales Modernisierungsprogramm, das unabhängig von der NATO geplant wurde und für die Republikaner eine Herzensangelegenheit darstellt, die sie Präsident Obama abgerungen haben. Die nuklearen Verpflichtungen der USA gegenüber der NATO sind also weniger
Ursache der Modernisierungsnotwendigkeit als ein willkommenes innenpolitisches Hilfsargument, um eine umfassende Modernisierung des Nuklearwaffenpotentials durchzusetzen.
Eine Modernisierung, die kaum einer will?
Für viele NATO-Länder mag es 2010 noch eine attraktive Option gewesen sein, russische Gegenleistungen für einen künftigen Verzicht auf die Stationierung der militärisch weitestgehend irrelevant gewordenen Nuklearwaffen in Europa zu fordern. Diese Aussicht hat einen Minimalkonsens gefördert, der vorläufig nochan der Stationierung dieser Waffen festhält. Dieser Ansatz barg jedoch schon immer ein Risiko: Was, wenn Moskau kein Entgegenkommen zeigt oder sich gar an den umstrittenen NATO-Doppelbeschluss aus dem Jahr 1979 erinnert fühlt und seinerseits ein Modernisierungsprogramm seiner taktischen Nuklearwaffen auflegt? Würde dann die Beibehaltung und Modernisierung der Nuklearwaffen der USA in Europa unausweichlich, obwohl es dafür kaum Befürworter gibt?" (S.5-6)
Mehr Infos auf www.bits.de

Eine Antwort aus der Friedensbewegung an Günter Grass

Schon lange haben wir über die Drohungen aus dem Iran-Konflikt gesprochen,
haben Vorschläge ...

Schon lange haben wir über die Drohungen aus dem Iran-Konflikt gesprochen,
haben Vorschläge gemacht,
wie eine friedliche Lösung erreicht werden könne,
und die Maulhelden um Mäßigung
und Vernunft gebeten.
Die Antworten von oben waren eindeutig:
Alternativlos sei die Politik der Sanktionen;
Die ultima ratio des Militärschlages dürfe nicht ausgeblendet werden;
Der Iran sei von der Achse des Bösen hinabzustürzen.
Friede würde nur sein
durch eine Politik der Stärke.
Dass die Drohung mit Militärschlägen
gegen die Charta der Vereinten Nationen und internationales Recht verstößt,
wurde von oben nur selten angemerkt.
Durch diese Antworten hörten wir schon
das Krachen der Bomben,
das Stöhnen der Getroffenen,
die Verherrlichung des blutigen Sieges durch die Machtpolitiker
und die Heldenreden der meist überlebenden Generäle.
Was für ein Frieden!
Wir denken an Irak und Afghanistan,
manche auch noch an Vietnam,
an die Folteropfer der Generäle in Lateinamerika,
an die Stellvertreterkriege in Afrika
an das Verhältnis von 9 zu 1
der zivilen Opfer zu den toten Soldaten oder
den Kollateralschäden zu den angeblichen Helden.
Günter Grass hat vor Krieg gewarnt,
Israel als eine Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet.
Wir hätten auch die USA, die Erfinderin der Achse des Bösen, genannt,
aber auch die vielen arabischen und islamischen Staaten,
die mit der Kalaschnikow oder der G 36 spielen und aktuelle Konflikte anheizen.
Deutschland, das in Konfliktzonen Waffen liefert.
Wir hätten noch auf die Gewaltsucht vieler herrschender Kräfte gedeutet,
auf ihre Unfähigkeit, ja sogar Unwilligkeit, Frieden zu stiften.
Wir hätten auf die vielen Industrien des Todes verwiesen
und auf ihre glänzenden Geschäfte.
Wir vergessen auch nicht die Produzenten der Verklärung von Krieg:
Humanitäre Interventionen mit etwa 50 000 Toten in Libyen!
Und auch nicht die Umarmungen aller getreuen Diktatoren durch die westlichen
demokratischen Regierungen.
Schlammschlachten zur Abwehr der
Lyrik von Günter Grass,
über seine SS-Zugehörigkeit als 17-jähriger Jugendlicher,
sein angeblich gestörtes Verhältnis zu Israel
oder gar zu dem Versmaß seines Gedichtes
sollen von seiner Botschaft ablenken, die lautet:
Keine Politik, die zu einem Krieg im Iran-Konflikt führen kann!
Wir aus Friedensbewegung und Friedensforschung
fordern zum großen Wettbewerb auf
um eine friedliche Lösung,
um einen Nichtangriffspakt zwischen den Kontrahenten,
um Kontrolle der nuklearen Bestrebungen durch die IAEA,
und die folgende Aufhebung aller Sanktionen,
um die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Mittel- und Nahost,
um die Eröffnung eines regionalen Dialogs für Sicherheit und Zusammenarbeit
zur Entfaltung von Vertrauen und zum Abbau der Konfrontation
zugunsten von Kooperation der Völker und Staaten.
Deutschland könnte dazu beitragen.
Günter Grass hat dazu beigetragen,
diese Aufgabe wieder auf die Tagesordnung zu setzen.
Danke!
Pressekontakt Prof. Andreas Buro, e-mail: Andreas.Buro@gmx.de

Was gesagt werden muss

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, ...

Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran von Günter Grass

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt 'Antisemitismus' ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.


Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.

Druckversion:
Im Feuilleton der Südd. Zeitung vom 4. April 2012, S. 11.


Friedens- statt Kriegspolitik im Irankonflikt

Der Konflikt mit Iran spitzt sich gef?hrlich zu. Das vom Westen geplante ?lembargo und der Boykott ...

Sanktionen und Kriegsdrohungen sofort beenden

Der Konflikt mit Iran spitzt sich gef?hrlich zu. Das vom Westen geplante ?lembargo und der Boykott der iranischen Zentralbank sind gef?hrliche Interventionen. Schon einmal verh?ngten Gro?britannien und USA in den 1950er Jahren ein ?lembargo gegen Iran, das zum Sturz der demokratisch gew?hlten Regierung Mossadegh f?hrte. Die heute eingeleiteten ?l- und Finanzembargos treffen vor allem die Menschen im Iran. Obendrein liefern sie dem gegenw?rtigen Regime die Rechtfertigung, sich mit Hinweis auf die historische Parallele als Opfer westlicher Aggression und als legitime Verteidiger und Besch?tzer der Unabh?ngigkeit des Iran, eines f?r alle Iraner vorrangigen politischen Ziels, darzustellen. Die militaristischen Str?mungen in der Islamischen Republik f?hlen sich so geradezu legitimiert, mit der Schlie?ung der Stra?e von Hormuz im Persischen Golf zu drohen. Die Sanktionseskalation ist auf dem besten Wege, in einen Krieg einzum?nden. Er w?rde nicht nur f?r die Menschen im Iran katastrophale Folgen haben, sondern auch die gesamte Region auf weitere Jahrzehnte destabilisieren.
Das iranische Volk will - alle Indizien sprechen daf?r - weder einen Krieg noch iranische Atombomben. Es wehrt sich allerdings gegen jede milit?rische Bedrohung von au?en. Israels Atomarsenal und die milit?rische Einkreisung Irans durch die USA, die inzwischen in nahezu allen seinen Nachbarl?ndern Milit?rbasen errichtet haben, sind wichtige Ursachen f?r die R?stungsanstrengungen Irans. Mit der Tolerierung von Israels Atomwaffenarsenal bei gleichzeitiger Bek?mpfung des iranischen Atomprogramms tragen USA und EU die Hauptverantwortung daf?r, dass kaum ein Oppositionspolitiker im Iran es wagt, die Atompolitik der Islamischen Republik in Frage zu stellen.
Auch in Deutschland und Europa f?hlen wir uns mit der zunehmenden Gefahr eines Krieges konfrontiert, der schwerwiegende Folgen f?r Europa und die Welt haben w?rde. Wer das Ziel verfolgt, die Islamische Republik durch Intervention von au?en zu beseitigen, wird realistische L?sungen f?r den Atomkonflikt ignorieren. Wir warnen deshalb davor, dass ma?gebliche Kr?fte in den USA und ihre exiliranischen Mitl?ufer den Atomkonflikt f?r einen Regime Change zu instrumentalisieren suchen. Die Behauptung, die Nuklearmacht Iran k?nne nur durch Krieg verhindert werden, ist irref?hrend. Wir lehnen sie daher entschieden ab.
Wir fordern den Pr?sidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama auf:
Stoppen Sie die Embargos gegen iranisches ?l und die iranische Zentralbank. Verhindern Sie, dass der bevorstehende Pr?sidentschaftswahlkampf die US-Regierung und Israel in einen Krieg mit unvorhersehbaren Folgen st?rzt. Bieten Sie Iran als Gegenleistung f?r das kontrollierte Beschr?nken des Nuklearprogramms entsprechend den Bestimmungen des Atomwaffensperrvertrages einen gegenseitigen Nichtangriffspakt, m?glichst gemeinsam mit Israel, an.

Von der deutschen Bundeskanzlerin fordern wir:
Schlie?en Sie jede Beteiligung Deutschlands an einem Krieg gegen Iran ?ffentlich aus und stoppen Sie die riskante Sanktionseskalation. Unterst?tzen Sie m?glichst zusammen mit anderen europ?ischen Regierungen die von der UNO beschlossene Konferenz f?r eine massenvernichtungswaffenfreie Zone im Mittleren und Nahen Osten, die 2012 beginnen soll und die bisher in der ?ffentlichkeit ignoriert wird. Dabei verspricht dieses Vorhaben, das durch eine KSZE-?hnliche Konferenz erg?nzt werden k?nnte, eine v?llig neue Perspektive des Friedens und der Kooperation f?r die gesamte Region. Nur eine Politik, die alle Staaten der Region, Israel eingeschlossen, zur atomaren Abr?stung und Enthaltsamkeit verpflichtet, kann das gegenseitige Misstrauen beseitigen und den Feindbildern zwischen den Religionen, V?lkern und Staaten sowie dem Wettr?sten und den Diktaturen den Boden entziehen.

Wir bitten die UNO, die geplante Konferenz m?glichst bald einzuberufen, selbst wenn sie zun?chst von Israel oder Iran boykottiert werden sollte. Auf Dauer wird sich niemand in der Region dieser Perspektive verschlie?en k?nnen, ohne seine Glaubw?rdigkeit und Legitimation zu verlieren. ?ber den aktuellen Atomkonflikt hinaus w?chse mit einer st?ndigen Konferenz f?r Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten (KSZMNO) die Hoffnung, dass ein neuer friedenspolitischer Rahmen zur L?sung anderer aktueller Konflikte, insbesondere des Nahostkonflikts, entstehen k?nnte.
Auf Einladung von Andreas Buro, Christoph Kr?mer und Mohssen Massarrat unterst?tzen diese Erkl?rung:
ErstunterzeichnerInnen:
Franz Alt, Elmar Altvater, Johannes M. Becker, Hanne-Margret Birckenbach, Reiner Braun, Daniela Dahn, Hans-Peter D?rr, Theodor Ebert, Iring Fetscher " Ute Finckh, Johan Galtung, Ulrich Gottstein, Peter Grottian " Matthias Jochheim, Heiko Kauffmann, Karlheinz Koppe, Ekkehart Krippendorff, Wiltrud Roesch-Metzler, Christine Morgenroth, Wolf-Dieter Narr, Oskar Negt, Bahman Nirumand, Norman Paech, Bergrun Richter, Clemens Ronnefeldt, Werner Ruf, Christine Schweitzer, Eva Senghaas-Knobloch, Gert Sommer, Hans von Sponeck, Eckart Spoo, Otmar Steinbicker, Mani Stenner, Peter Strutynski, Helga Tempel, Konrad Tempel, Renate Wanie, Herbert Wulf, Christian Wellmann
Wir bitten um Unterst?tzung dieser Erkl?rung und weitere Verbreitung. Insbesondere f?r eine Ver?ffentlichung in Zeitungsanzeigen bitten wir um finanzielle Beteiligung durch eine Spende an das Sonderkonto der Kooperation f?r den Frieden: F?rderverein Frieden e.V., Konto-Nr. 404 1860 401 bei der GLS Bank (BLZ 430 609 67) mit dem Stichwort "Iranerkl?rung".

R?ckmeldung zur Unterst?tzung bitte an: Kooperation f?r den Frieden, R?merstr. 88, 53111 Bonn per Post, Fax: 0228/692906 oder
eMail: iranerklaerung@koop-frieden.de oder ?ber das Online-Formular.

Initiatoren und v. i. S. d. P.: Andreas Buro (andreas.buro@gmx.de); Christoph Kraemer (kraemer.ak-sn@ippnw.de) Mohssen Massarat (mohssen.massarrat@uos.de)

Die Erkl?rung als PDF mit einem R?ckmeldebogen zum Ausdruck und Postversand siehe unter http://www.koop-frieden.de/dokumente/iran-erklaerung.pdf.
E-Mail: iranerklaerung (at) koop-frieden (Punkt) de
Website: www.koop-frieden.de

Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz startet mit 1. Angeboten für die Bildungsarbeit in Schulen

Das Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz ist ein Zusammenschluss von Friedensorganisationen, ...

Das Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz ist ein Zusammenschluss von Friedensorganisationen, die in Kooperation mit dem Bildungsministerium die zivile Friedensbildung an Rheinland-Pfälzer Schulen fördern wollen.
Über das Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz können Angebote in Schulen genutzt werden, die folgenden Zielen dienen:
Förderung der Kenntnis von nichtmilitärischen Lösungsansätzen in Krisen und Kriegssituationen,
Verbreitung von Wissen und Vermittlung von Erfahrungen aus zivilgesellschaftlichen Aktivitäten der Friedensförderung, z.B. in den Bereichen: Ursachenforschung, Prävention, Mediation, Konfliktaufarbeitung, Geschichte der Friedensbewegung und Freiwilligendienste.
Mehr Infos auf der Webseite: http://www.netzwerk-friedensbildung-rlp.de/angebote.html

Fragmente aus Palästina – was noch?

Die Initiativgruppe „I HOPE“ (Hoffnung für Palästina) mutete den zahlreichen ...

Politisches Theater im Tivoli Kastellaun kam gut an

Die Initiativgruppe „I HOPE“ (Hoffnung für Palästina) mutete den zahlreichen Zuschauern – unter ihnen über 100 Jugendliche - im Tivoli Kastellaun ungewöhnliche Kost zu: Sieben junge Erwachsene des „Freedom Theatre“ aus Jenin im Westjordanland führten in eindrucksvoller und beängstigender Weise vor, wohin ständige Gewalterfahrungen bei jungen Menschen führen.

Alleine der bedrohliche Beginn mit Nebel, dissonanter Musik, Waffenlärm und Todesschreien irritiert die Zuschauer, macht aber allen sofort klar, was die jungen Akteure wollen: Sie drücken mit künstlerischen Mittel ihre Gefühle unter israelischer Besatzung aus, reagieren darauf mit Gewalt, demonstrieren, wie diese sich innerhalb der eigenen Gesellschaft fortsetzt und das Leben unerträglich macht. Der permanente und rasante Wechsel zwischen Tanz, arabischer und westlich-orientierter Musik und Wortfetzen in einer Phantasiesprache verlangt von den Akteuren ein Höchstmaß an Körperbeherrschung und Ausdruckskraft. Vielfältig zu interpretierende Symbole wie Geldkoffer, rote Tücher oder grüne Fahnen lassen dem Zuschauer viel Spielraum zur Interpretation. Das Ende ist so wie die ganze Performance – die Schauspieler treten auf der Stelle, der Zuschauer bleibt ratlos zurück.
Sho Kman - Was soll noch geschehen, dass dieser Teufelskreis endet?

Nach tosendem Applaus werden dann im anschließenden Gespräch mit Regisseur Nabil Al-Ree und den Schauspielern die Umstände deutlich, unter denen eine solche Produktion zustande kommt: Der palästinensisch-israelische Regisseur Juliano Mer Khamis, im Jahre 2006 Gründer dieser Bühne in Jenin, wurde am 4. April 2011 auf offener Straße von einem bisher Unbekannten regelrecht hingerichtet. Seine Weggefährten entschlossen sich trotz allem, seinen Weg fortzusetzen: Widerstand gegen Unterdrückung und Gewalt durch Kunst und Kultur zu leisten, Jugendlichen einen Freiraum zu bieten, ihre Aggressionen und Traumata abzubauen und die Öffentlichkeit auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Die englische Co-Regisseurin Zoe Lafferty bringt es auf den Punkt: So stelle sie sich Theater vor, die Bühne als Ausdrucksform individueller und kollektiver Befindlichkeit sowie politischer und gesellschaftlicher Emanzipation.

Die Gruppe besuchte zudem die Klasse 10a der IGS und konnte ohne Sprache eindrucksvoll zeigen, welche Botschaft sie transportieren wollen. Das „Freedom Theatre“ stand in Kastellaun am Anfang einer von der „Kinder Kulturkarawane“ und unzähligen Organisationen unterstützten zweimonatigen Tournee, die durch Österreich und die Schweiz und schließlich nach vielen Workshops und Auftritten in deutschen Städten zur Schaubühne nach Berlin führt – ein Hochgenuss für diejenigen, die politisches Theater in Reinkultur mögen, das es so in Europa nur noch selten zu sehen gibt.

Klage von Dr. Elke Koller zu den Atomwaffen in Büchel abgewiesen

Köln (dpa/lnw) - Die Friedensaktivistin Elke Koller (68) aus Rheinland-Pfalz klagt weiter gegen ...

Elke Koller wird Berufung einlegen

Köln (dpa/lnw) - Die Friedensaktivistin Elke Koller (68) aus Rheinland-Pfalz klagt weiter gegen die Lagerung von Atomwaffen auf einer deutschen Militärbasis in der Eifel. Gegen die Abweisung ihrer Klage durch das Verwaltungsgericht Köln werde sie Berufung einlegen, teilte am Mittwoch ihr Anwalt Peter Becker mit. Zuständig ist dann das Oberverwaltungsgericht in Münster. Koller hatte der Nachrichtenagentur dpa in der vergangenen Woche bereits gesagt, dass sie notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen werde. Sie will erreichen, dass die auf dem Fliegerhorst Büchel vermuteten Atomwaffen abgezogen werden. Ihre Klage richtet sich gegen die Bundesrepublik Deutschland.
Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Klage als unzulässig eingestuft. Die Bundesregierung könne selbst entscheiden, welche Mittel zur Friedenssicherung am besten geeignet seien. Die Strategie der atomaren Abschreckung sei "völkerrechtlich zulässig". Außerdem habe sich die Bundesregierung immer wieder um atomare Abrüstung bemüht. # dpa-Notizblock

Mahnungen von Fukushima und Tschernobyl

Büchel (Eifel) (epd). Das Thema stand schon vor Fukushima fest: Ein Vierteljahrhundert nach der ...

Katastrophe in Japan bringt Ostermarschierer und Atomkraftgegner zusammen

Büchel (Eifel) (epd). Das Thema stand schon vor Fukushima fest: Ein Vierteljahrhundert nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist der Protest gegen die Atomkraft-Nutzung in diesem Jahr auch Hauptthema der Ostermärsche. Die dramatischen Ereignisse im japanischen Kernkraftwerk Fukushima verleiht den langfristig geplanten Aktionen eine traurige Aktualität. Der langjährige Ostermarschierer und evangelische Pfarrer Matthias Engelke spricht vielen aus der Seele, wenn er die Hoffnung formuliert, »dass Friedensbewegung und Kernkraftgegner künftig Hand in Hand protestieren«.
Eine Möglichkeit dazu boten am Samstag die Großkundgebungen in Berlin, Hamburg, München und Köln, an denen nach Veranstalterangaben mehr als 250.000 Demonstranten teilnahmen. Umweltverbände, Gewerkschaften und kirchliche Organisationen wandten sich unter der Überschrift »Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten!« gegen die weitere Nutzung der Atomkraft. »Fukushima, Tschernobyl - was zu viel ist, ist zu viel«, skandierten die Teilnehmer der nach Angaben der Organisatoren bisher größten Anti-Atom-Protesten in Deutschland.
Mehr als 50-jährige Tradition
Die Friedensbewegung mit ihrer mehr als 50-jährigen Tradition der Ostermärsche gegen Rüstung und Atomwaffen hat für Ostermontag (25. April) zu bundesweiten Anti-Atom-Kundgebungen aufgerufen. Anlass war ursprünglich der 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe vom 26. April 1986. Proteste sind unter anderem an der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen
Gronau, vor dem AKW Biblis und am Fliegerhorst Büchel im rheinland-pfälzischen Landkreis Cochem-Zell geplant - dem vermuteten einzigen Atomwaffen-Standort in Deutschland.
In den vergangenen Jahren war die Ostermarschbewegung, die in den friedensbewegten 1980er Jahren Hunderttausende auf die Straße brachte, schwächer geworden. Ob die Ereignisse in diesem Jahr für neuen Zulauf sorgen, darüber mag vier Wochen vor Ostern niemand aus der Friedensbewegung spekulieren. »Es könnte sein, dass viele Demonstranten lieber direkt an die AKW-Standorte gehen«, vermutet Regina Hagen aus Darmstadt. Die Koordinatorin der Kampagne »Unsere Zukunft - atomwaffenfrei«, in der rund 50 Friedensgruppen mitarbeiten, wird selbst an Ostern auf der Demonstration in Biblis sprechen. Sie plädiert dafür, in der Diskussion um die Kernenergie auch die Frage nach den Atomwaffen wieder neu zu stellen.
Roland Blach, baden-württembergischer Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegenerInnen (DFG-VK), hofft auf stärkeren Zulauf, setzt aber auch auf eine Zusammenarbeit von Friedensgruppen und Kernkraftgegnern. »Unser Ziel ist es, Atomwaffen und Atomenergie gemeinsam abzuschaffen« ,sagt er.
Xanthe Hall aus Berlin, Abrüstungsreferentin der atomkritischen Ärztevereinigung IPPNW, bezeichnet Atomwaffen und Kernenergie als zwei Seiten einer Medaille. Atomwaffen gehörten zu der nuklearen Kette, »die militärische Komponente ist immer mit dabei«, betont Hall.
Nach der Atomkatastrophe in Japan plädiert auch Marion Küpker von der »Gewaltfreien Aktion Atomwaffen abschaffen« (GAAA) in Hamburg für gemeinsame Aktionen und eine längerfristige Zusammenarbeit. »Es ist wichtig und sinnvoll, dass wir dies hinbekommen«, sagt sie. Die Gruppierung gehört seit 15 Jahren zu den Initiatoren der Proteste vor dem Fliegerhorst Büchel. Dort findet in diesem Jahr am Ostermontag zum zweiten Mal ein Ostermarsch statt.
Für Elke Koller vom »Initiativkreis gegen Atomwaffen«, die derzeit vor dem Verwaltungsgericht in Köln auf einen Atomwaffenabzug klagt, liegt die innere Verbindung von Friedensbewegten und Atomkraftgegnern auf der Hand: »Alle, die eine Welt ohne Atomwaffen wollen, müssen auch den Ausstieg aus der Kernenergie verlangen. «
Dieter Junker (epd)

Der NATO-Einsatz in Libyen ist (Öl-)interessengeleitet

Friedensbewegung fordert Ende der Bundeswehr-Schul-Kooperation

Die Rücknahme des Kooperationsabkommens der SPD-Landesregierung mit der Bundeswehr ist die ...

Friedenspolitische Kampagne zur Landtagswahl gestartet

Die Rücknahme des Kooperationsabkommens der SPD-Landesregierung mit der Bundeswehr ist die Hauptforderung der gestern in Mainz vorgestellten Kampagne „ Schulfrei für die Bundeswehr - Friedensbildung statt Militarisierung“. Die Kampagne kritisiert eine Kooperationsvereinbarung des Landes mit der Bundeswehr vom 25. Februar 2010. Im Schülercaf'e der Katholische Jugendzentrale erläuterten vier Vertreter der 16 beteiligten Kampagnenträger von Friedensinitiativen, kirchlichen und politischen Organisationen sowie Lehrer- und Schülervertretungen die Kampagne: „Die von der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbemerkt unterschriebene Vereinbarung ermöglicht der Bundeswehr einen verbesserten Zugang zu Schülern und bindet sie in die Lehreraus- und fortbildung ein. Diese Bevorzugung widerspricht Grundregeln politischer Bildung und dem Schulgesetz und gehört beendet, dies ist für uns ein Wahlprüfstein für die Landtagswahl. Wir wollen über den zunehmenden Werbefeldzug der Bundeswehr aufklären und Schüler, Eltern und Lehrer dazu ermutigen, sich für eine Schule ohne Bundeswehr einzusetzen.“ erläutert Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier die Ziele der Kampagne.
Klaus-Peter Hammer, der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Rheinland-Pfalz unterstrich die Forderung nach Aufkündigung der Kooperationsvereinbarung:„Die Kooperation ist ein falsches Signal, die Bundeswehr erhält mit dieser Kooperation ein Alleinstellungsmerkmal, politische Bildung muss in den Händen pädagogischer Fachkräfte bleiben.““
Patrick Simon von der LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz ergänzte: "Schülerinnen und Schüler werden meist nicht gefragt, bevor die Bundeswehr kommt, und bei den Bundeswehrveranstaltungen herrscht Anwesenheitspflicht: das ist nicht akzeptabel. Die LSV will selbstbestimmtes Lernen und eine demokratische Schule, die kritisches Denken fördert - die Bundeswehr ist dagegen autoritär, Befehle müssen ausgezuführt werden, die Bundeswehr passt also nicht in die Schule. Zudem wird das Werbeverbot oft durch die Jugendoffiziere missachtet, ihr Besuch bedeutet eine indirekte Werbung bis hin zu direkter Rekrutierung im inoffiziellen Teil."
Dr. Gernot Lennert, Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft –Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Rheinland-Pfalz wies besonders auf die Vortragstour durch Rheinland-Pfalz hin: „In Ludwigshafen, Worms, Kusel, Mainz, Koblenz, Trier, Kastellaun und Neuwied werden wir mit Veranstaltungen über die Werbeoffensive der Bundeswehr an Schulen aufklären. Weitere Aktionen, Plakate und Faltblätter sowie Hintergrundinformationen und Material wie ein Musterbefreiungsantrag für Eltern bzw. Schüler sind auf der Homepage der Kampagne zu finden: www.schulfrei-fuer-die-bundeswehr-rlp.de .“
Kampagnenkoordination
c/o AG Frieden
Pfützenstr.1
54290 Trier
T.0651/9941017
buero@agf-trier.de

Dar?ber wird im Landtagswahlkampf noch zu sprechen sein!

RHZ 29.10.2010 ...

Bundeswehr raus aus Schulen

RHZ 29.10.2010

Brücken statt Mauern Initiativgruppe HoPe informiert über Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach - Beit Jala

Pfr. Axel Becker hat in den letzten Jahren die Idee zur Städtepartnerschaft zwischen Bergisch ...

Städtepartnerschaften als Chance zur Verständigung im Nahost-Konflikt? Simmern Paul-Schneider-Haus -18.2.2011 - 19:00 Uhr

Pfr. Axel Becker hat in den letzten Jahren die Idee zur Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und Beit Jala (Westjordanland/Palästina) vorangetrieben. Durch viele persönliche Kontakte bei Reisen und Besuchen ist die Bereitschaft geweckt worden, längerfristige Kontakte und eine Zusammenarbeit der beiden Städte einzugehen. 2010 haben die Städte schließlich eine Partnerschaft beschlossen.
Für die praktischen Schritte wurde ein Verein gegründet, der die Ziele zur Zusammenarbeit auf kulturellem, schulischem, wissenschaftlichem, sozialem, technischem, touristischem und wirtschaftlichem Gebiet verfolgt.

Pfr. Becker wird uns im ersten Teil des Abends die Entstehungsgeschichte, Widerstände und Erfolge auf dem Weg zu einer Partnerschaft berichten.

Im zweiten Teil des Abends werden Teilnehmer einer Jugendbegegnung des Kirchenkreises Simmern-Trarbach ihre Eindrücke und Erfahrungen aus Beit Omar wiedergeben, der Stadt, zu der unsere Initiativgruppe Kontakt hält und die wir für eine Städtepartnerschaft mit der Region Simmern vorschlagen.
Eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Hunsrück-Kreises.

weitere Infos: http://www.buergerfuerbeitjala.de/

Blockade-Sonderausstellung

mehr Informationen:
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